Kunst
Karl Heinz Schwind / Neue Werke Berlin

04.11.2010
bis 26.11.2010, 10 967 Berlin, zum Stadtplan
Kostenlos, Einschränkung: Finissage am 26.11. ab 19:30
Kostenlos, Einschränkung: Finissage am 26.11. ab 19:30
Die expressive Kunst von Karl-Heinz Schwind tritt dem Betrachter offensiv und sperrig gegenüber. Der Künstler selbst sieht seine Werke aus zahlreichen kunsthistorischen Quellen gespeist, von denen tachistische Einflüsse ganz offensichtlich die nachhaltigsten sind. Die Galerie Petra Vankova zeigt neue Werke des Malers und Objektkünstlers, der bei Georg Baselitz und Per Kirkeby studiert hat und seit kurzem in Berlin lebt.
Meist bleiben Schwinds Bilder abstrakt, ein Nebeneinander und Übereinander von Linien, grob strukturierten Flächen und ungestümen, pastosen Farberuptionen. Mitunter bleiben Schriftzüge erkennbar, aber auch Figuren lösen sich aus dem Gewirr von Farbspuren, – Figuren, die eher an kindliche Strichmännchen erinnern und keinesfalls Porträts darstellen, sondern nicht mehr und nicht weniger als Skizzen des Menschen, geschaffen in der Manier eines Getriebenen.
Schwinds Abstraktionen sind der Ausdruck spontaner Empfindungen, die er mit Ölfarbe direkt aus der Farbtube, mit Pinsel oder Spachtel, vom Bildträger angewandt, auf die Leinwand überträgt. Der Malprozess ist, so der Künstler, für ihn ein „ekstatischer Akt“, ohne jede rationale Kontrolle. Die Poesie, die seinen Werken innewohnt, ist das Ergebnis jener kraftvollen Direktheit, die auch in seinen Zeichnungen spürbar ist. Zugleich sind die Zeichnungen, die er fortlaufend, ähnlich einem Tagebuch, mit Ölpastell und Graphit anfertigt, Ausdruck der steten inneren Unruhe, die für Schwind kennzeichnend ist.
Seine Leinwände betrachtet Schwind als Objekte, die er entweder vorfindet oder selbst – nur scheinbar in Eile und ohne jede Akkuratesse – zusammenzimmert, zerschneidet und mit Farbe „bearbeitet“. Die Objekte im klassischen Sinne, für die er gefundene Gegenstände aus Sperrmüll und Trödel auswählt, wenn sie „nur an sich formschön“ sind, und zu neuen Kompositionen arrangiert, bleiben, ebenso wie seine Gemälde und Zeichnungen, fern rationaler Deutungsansprüche. Das Poetische seiner Kunst liegt vielmehr in der Kraft ihrer Entstehung, in den selbstreflexiven Darstellungen des Lebens und des Menschen und in der lebendigen Aktualität der Sicht des Künstlers auf die Welt.
Text Peer Golo Willi
| Mehr Infos im Internet: | |
| www.petravankova.org |
von: Petra --> Nachricht an Petra
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