Sonderausstellung "Verschwunden und vergessen. Flüchtlingslager in West-Berlin" in der Erinnerungsstatte Notaufnahmelager Marienfelde
Stiftung Berliner Mauer
Marienfelder Allee 66/80
D-12277 Berlin
Laufzeit: 5.08.2011 - 29.02.2012
Der Eintritt ist frei.
Die Sonderausstellung "Verschwunden und Vergessen. Flüchtlingslager in West-Berlin" widmet sich den über 90 Flüchtlingslagern, die in den 1950er und 60er Jahren in West-Berlin für DDR-Flüchtlinge existierten und in Baracken, Fabrikgebauden oder gar Bunkern untergebracht waren. Heute ist die Mehrzahl der Lager verschwunden und vergessen. Die Ausstellung begibt sich auf eine Spurensuche.
Herzstück der Sonderausstellung ist eine begehbare Karte, die Informationen zu den Flüchtlingslagern zusammentragt. Daneben werden unbekannte Fotos, Dokumente und historische Filmaufnahmen gezeigt. An einer Medienstation kommen Zeitzeugen zu Wort, die über das Leben in den Notunterkünften berichten.
Innovativ ist das von den Peanutz Architekten entwickelte Ausstellungskonzept. Viele bisher nicht gezeigte Fotos von den Flüchtlingslagern wurden großformatig auf Stoff gedruckt und hangen wie Wasche an der Leine. Wascheleinen sind ein typisches Motiv für die Flüchtlingslager. Sie symbolisieren die Beengtheit der Lager ebenso wie ein Stück Privatsphare der Flüchtlinge, das plotzlich schutzlos offentlich wird. Zudem ist die Wascheleine Ausdruck der provisorischen Zustande, in denen sich die DDR-Flüchtlinge wiederfanden. Wasche wurde von ihnen sogar als behelfsmaßige Wand zum Abgrenzen des eigenen privaten Raums von den Nachbarn genutzt.