Betriebliche Frauenkommissionen zählten zu den wichtigsten Vertretungsorganen von Frauen in der kommunistischen Diktatur der DDR. Sie vermittelten die Frauenpolitik der SED in die Betriebe und sollten die weiblichen Beschäftigten für den Sozialismus mobilisieren. Doch sie waren stets umstritten und durchliefen in 40 Jahren DDR-Geschichte mehrere Wandlungen. Am Ende der DDR umfassten sie knapp 90.000 weibliche Mitglieder, verschwanden aber mit dem Mauerfall sehr schnell und leise.
Dr. Christian Rau vom Institut für Zeitgeschichte München / Berlin zeichnet die wechselvolle Geschichte der betrieblichen Frauenkommissionen in der DDR und in der Wendezeit nach. Dazu werden passende Dokumente aus dem Bundesarchiv gezeigt. Damit soll das Besondere der Vortragsreihe – die Ergebnisse historischer Forschung direkt am Ort der archivischen Quellen vorzustellen – greifbar werden. Nach dem Vortrag (etwa 45 min) wird Zeit für Fragen und Diskussion sein.
Zusätzlich wird vor der Veranstaltung eine einstündige öffentliche Führung durch das Bundesarchiv angeboten, um Interessierten die Liegenschaft, die Benutzungsmöglichkeiten und den professionellen Umgang mit historischen Quellen im Archiv nahezubringen (Beginn: 16:45 Uhr).