Staatliche Stellen entzogen in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR in erheblichem Umfang Kunstwerke, Möbel und andere Kulturgüter. Sie landeten in Museen und Sammlungen oder wurden auf dem internationalen Kunstmarkt gegen Devisen verkauft. Dank intensiver Forschung dazu sind inzwischen viele deutsche Museen für die Thematik sensibilisiert und hinterfragen Provenienzangaben wie „Republikflucht“ oder „Bodenreform“ kritisch.
Der für den Museumsverband des Landes Brandenburg tätige Alexander Sachse zeichnet in seinem Vortrag den Weg des Kulturguts an Einzelbeispielen nach und erläutert die Tätigkeit der berüchtigten „Kunst und Antiquitäten GmbH“.
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Der Vortrag von Alexander Sachse ist Teil einer Veranstaltungsreihe, welche die SAPMO, so die geläufige Abkürzung für die Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv, seit ihrer Gründung im Jahr 1993 in Kooperation mit dem Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung e.V. und der Johannes-Sassenbach-Gesellschaft e.V. veranstaltet. Ziel der Vorträge ist es, Themen zur Geschichte der DDR, aber auch Fragestellungen zur sozialistischen bzw. zur Gewerkschaftsbewegung vor 1949 in einem öffentlichen Rahmen vorzustellen und zu diskutieren. Die Vorträge der Reihe beschäftigen sich in diesem Jahr mit unterschiedlichen Aspekten von „Kunst und Kultur in der DDR“.
Alle Vorträge verbindet, dass sie aus dem im Bundesarchiv vorhandenen reichen Quellenmaterial schöpfen. Eine Auswahl an passenden Archivalien wird bei jeder Veranstaltung zur Ansicht ausgelegt. Damit soll das Besondere der Vortragsreihe – die Ergebnisse historischer Forschung direkt am Ort der archivischen Quellen vorzustellen – greifbar werden.
Programm: Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 25.06.2026, um 18 Uhr im großen Veranstaltungssaal des Bundesarchivs, Finckensteinallee 63, 12205 Berlin, statt. Nach dem Vortrag (etwa 45 min) ist Zeit für Fragen und Diskussion.
Vor der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, in einer einstündigen öffentlichen Führung die Liegenschaft, die Benutzungsmöglichkeiten und den professionellen Umgang mit historischen Quellen im Bundesarchiv kennenzulernen (Beginn: 16:45 Uhr). Parallel dazu wird eine Führung durch die Dauerausstellung "Archivgutgeschichten" des Bundesarchivs angeboten.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist ebenso frei wie die Teilnahme an der Führung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.