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Podiumsdiskussion: Was wäre, wenn die Mauer nicht gefallen wäre?

Kurfürstendamm 211 10719 Berlin - zum Stadtplan
Donnerstag 31.10.2019 - Anfangszeit: 14:00 Uhr
Kategorie: Wissen live
Was wäre, wenn die Geschichte oder das Leben einen anderen Kurs eingeschlagen hätte? Was wäre passiert, wenn Kleopatras Nase kürzer gewesen wäre? Was wäre, wenn Napoleon die Schlacht von Waterloo gewonnen hätte? Und was wäre, wenn die Berliner Mauer an Ort und Stelle geblieben wäre? Zu einer solchen Reflexion und Erfahrung lädt diese Diskussion mit Quentin Deluermoz und Pierre Singaravélou ein.

Was wäre, wenn die Geschichte oder das Leben einen anderen Kurs eingeschlagen hätte? Was als kontrafaktisches Argumentieren bezeichnet wird, entsteht spontan in Gesprächen, um Hypothesen über die Möglichkeiten der Vergangenheit und der unbehandelten Zukunft zu entwickeln. Was wäre passiert, wenn Kleopatras Nase kürzer gewesen wäre? Was wäre, wenn Napoleon die Schlacht von Waterloo gewonnen hätte? Und was wäre, wenn die Berliner Mauer an Ort und Stelle geblieben wäre?Die kontrafaktische Analyse, die von Historikern oft missachtet wird, ist so aktuell wie ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten - von den verrücktesten Fiktionen bis hin zu den ernstesten Hypothesen. Sobald ihre Logik und ihr Einsatz erfasst sind, ermöglicht sie es, zu mehreren wesentlichen Fragen für die Gesellschaftswissenschaften zurückzukehren: Kausalität, Determinismus, Vorstellungskraft, Engagement, Verhältnis zur Fiktion.... In der Geschichte dient sie dazu, konventionelle historische Trajektorien zu denaturieren und damit die Geschichte zu denaturalisieren, die Zukunft der Vergangenheit zu öffnen und eine vielfältigere und umfangreichere Bewegung offenzulegen.Diese grundsätzlich partizipative und immersive Art der Befragung kann auch zu einem originellen Austausch zwischen Historikern und Publikum führen, der ausgewogener ist und "Shared History Workshops" genannt wird. So ermöglicht das Verfahren die Integration von nicht-akademischem Wissen in die Diskussion und ermutigt Menschen, eine reflexive Definition von Geschichte als offenes Werk anzunehmen, zu dessen Produktion Leser und Hörer beitragen. Indem sie ernsthaft spielen, erleben die Teilnehmer die grundlegend experimentelle Dimension der Geschichte.Zu einer solchen Reflexion und Erfahrung lädt diese Diskussion ein.


TAGUNGSSPRECHER

Quentin Deluermoz und Pierre Singaravélou haben Pour une histoire des possibles. Raisonnement contrefactuel et futurs non advenus en histoire, Paris, Seuil, 2016. veröffentlicht.
Quentin Deluermoz, Dozent für Zeitgenössische Geschichte an der Universität Paris 13, veröffentlichte Le Crépuscule des Révolutions (Seuil, 2014) und Commune(s), 1870-1871 : une traversée des mondes au XIXe siècle (Seuil, wird 2020 veröffentlicht).
Pierre Singaravélou, Professor für Zeitgenössische Geschichte am King's College London und an der Universität Paris 1 Panthéon Sorbonne, veröffentlichte kürzlich Tianjin Cosmopolis. Une autre histoire de la mondialisation (Seuil, 2017) und Le Monde vu d’Asie (Seuil, 2018).
Diskussion mit Effi Böhlke (Rosa-Luxemburg-Stiftung) und Jérôme Heurtaux (CEFRES, Prag).

WEITERE INFORMATIONEN ZUM THEMA

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Tagung „ ‚Die Straße ist die Tribüne des Volkes’: Ansichten zum 4. November 1989“ und des kollektiven, theatralischen und wissenschaftlichen Projekts "Utopia 89" (Centre Marc Bloch / Institut français Berlin) statt.

Mit der Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung, der Bundeszentrale für politische Bildung und des Deutsch-französischen Jugendwerks.

von: institutfrancaisberlin

Mehr Infos im Internet:

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