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Fur Agency - im Bärenzwinger

Im Köllnischenpark 10179 Berlin - zum Stadtplan
Samstag 11.11.2017 bis Freitag 05.01.2018 - Anfangszeit: 12:00 Uhr
Kategorie: Kunst
Nachdem das erste Ausstellungsprojekt im Bärenzwinger »Ursus Olfaciens« die hinterlassenen Spuren der Berliner Bären aufsuchte, folgt nun eine kritische Befragung des menschlichen Blicks auf Tiere. Ausgangspunkt für die Ausstellung »Fur Agency« ist das Tierfell als handlungsfähiger Akteur, indem es Reaktionen bei seinen Betrachter*innen auszulösen vermag. Fell ruft Anmutungen von Wärme und Gemütlichkeit hervor, weckt das Bedürfnis, Tiere anzusehen und sie zu berühren. Diesem romantisierten Blick waren auch die »amtierenden« Berliner Stadtbären ausgesetzt.

»Im Prinzip ist jeder Käfig ein Rahmen um das Tier im Inneren«, schreibt John Berger 1980 in seinem Text »Warum sehen wir Tiere an?«. Das Tier wird im Zoo zum Bild, das man ansehen kann. Wir fühlen uns ihm nah und gleichzeitig bleibt es uns fremd. Besonders in seiner Fremdheit fasziniert es uns. Nirgendwo wird das deutlicher als im Zoo, wo Menschen – obwohl als Säugetiere ebenfalls Teil der Natur – Tiere wie Museumsobjekte ausstellen und betrachten. »Fur Agency« thematisiert nicht nur diese Art der Tierhaltung, sondern versucht eingeschliffene Sehgewohnheiten künstlerisch zu hinterfragen. Das Künstlerinnenkollektiv NEOZOON entwickelt hierzu die dreiteilige, multimediale Installation »Bearly Legal« für den Bärenzwinger.
NEOZOON, gegründet 2009 in Berlin und Paris, beschäftigt sich mit Mensch-Tier-Verhältnissen und untersucht den Umgang moderner Gesellschaften mit lebendigen und toten Tieren. NEOZOONs Kunstaktionen finden im öffentlichen Raum statt.

*** After the first exhibition project “Ursus Olfaciens” visited the traces left behind by the Berlin bears at the Bärenzwinger, follows a critical inquiry into how humans view animals. The starting point for the exhibition “Fur Agency” focuses on animal fur as an effective actor, in how it provokes reactions in its viewers. Fur evokes a feeling of warmth and comfort, the desire to look at it or touch it. The “incumbent” Berlin city bears were also subjected to this romanticized view.

“In principle, each cage is a framework around the animal”, writes John Berger in 1980 in “Why Look at Animals?”. The animal becomes an image in the zoo which we can view. We feel close to it, but at the same time it is alien to us. It is its otherness that particularly fascinates us. Nowhere else is that so apparent than in the zoo, where humans – despite also being mammals that are part of nature – exhibit and view animals as museum objects. “Fur Agency” not only thematizes this way of keeping animals, but attempts to challenge established habits through an artistic lens. On these grounds, the female artist collective NEOZOON develops the three-part, multimedia installation “Bearly Legal” for the Bärenzwinger.

NEOZOON, founded in 2009 in Berlin and Paris, deals with human-animal relations and examines the way modern societies treat live and dead animals. NEOZOON’s art campaigns take place in public space.

Kuratiert von / Curated by Sebastian Häger und Anne Hölck

von: Baerenzwinger

Mehr Infos im Internet:

Bilder aus Berlin