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Ideologie im türkischen Kino - Oğlum Osman by Yücel Çakmaklı

Prinzenallee 59 13359 Berlin - zum Stadtplan
Freitag 15.03.2019 - Anfangszeit: 19:00 Uhr
Kategorie: Kino
Ideologie im türkischen Kino: Die Figur der Migration
Eine Filmreihe mit kommentierten Screenings kuratiert von ÖMER ALKIN

Bereits in den 1960er und 70er Jahren waren in der Türkei die Fronten zwischen islamisch-konservativen, nationalistischen und sozialistischen Positionen verhärtet. Besonders die Filme der Yeşilçam-Filmindustrie machen diese politischen Konflikte sichtbar. Bemerkenswert an den Filmen jener Jahre ist, dass die Migration nach Westeuropa darin oftmals als erzählerisches Moment dient, um die politisch-ideologischen Konflikte der Türkei auszutragen. Die Beschäftigung mit den in Deutschland größtenteils unbekannt gebliebenen Filmen von Yücel Çakmaklı, Halit Refiğ und Yılmaz Güney, den Repräsentanten dreier ideologisch konträrer Positionen, bedeutet zum einen die Aufarbeitung eines Teils deutscher Migrationsgeschichte: Migrant*innen fungieren als Vehikel des ideologischen Programms der Filme. Zum anderen ermöglicht die Filmreihe auch ein Verständnis der heutigen ideologischen Prägung des Landes zwischen Islam, Nationalismus und (linkem) Revolutionsdrang.

Film: Oğlum Osman
Regie: Yücel Çakmaklı
Türkei 1973

Nach Ende des Maschinenbaustudiums in Deutschland kehrt Osman zu seiner islamisch-konservativen Familie in die Türkei zurück. Dort angekommen, stellen seine Eltern jedoch eine völlige Wandlung ihres Sohnes fest. Den Jüngling interessieren nur noch Frauen, Alkohol und Glücksspiel – eine Besinnung auf seine türkische Identität empfindet er hingegen als Rückschritt. Nach einem Streit mit den Eltern kehrt Osman zu seiner Freundin Helga nach Deutschland zurück. Doch bald ändert er seine Ansichten und begibt sich auf eine Reise, um seine verlorengegangenen türkisch-islamischen Wurzeln wiederzuentdecken.

freier Eintritt
Originalversion mit englischen Untertiteln

über YÜCEL ÇAKMAKLI und NATIONAL-ISLAMISCHES KINO:
Yücel Çakmaklı (1937-2009), geboren im anatolischen Afyonkarahisar, proklamierte 1964 das „Millî Sinema“ („National-Islamisches Kino“). Es sollte sich der anatolisch-islamischen Realität des Landes und seiner reichen Geschichte widmen. Çakmaklı realisierte zahlreiche Serien und Spielfilme, die einer vornehmlich islamisch-konservativen Haltung folgen und historisch motiviert sind. In seinen frühen Filmen verwandeln sich Çakmaklıs Figuren von verwestlichten Individuen zu frommen Muslim*innen.

über ÖMER ALKIN:
Ömer Alkın ist Medien- & Kulturwissenschaftler und Filmemacher. Seine Forschungsschwerpunkte sind deutsch-türkisches und türkisches Kino sowie Migration und Film. Sein Buch Deutsch-Türkische Filmkultur im Migrationskontext ist der erste deutschsprachige Sammelband zum Thema seit mehr als zwanzig Jahren. Seine Schriften sind in zahlreichen Büchern und Zeitschriften erschienen. Er lebt in Köln.

von: bibak

Mehr Infos im Internet:
Hinweis: bibak sucht nette Leute als Begleitung

Bilder aus Berlin

 
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