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Vernissage Robert W. Richards

Kalckreuthstrasse 16 10777 Berlin - zum Stadtplan
Mittwoch 14.08.2019 - Anfangszeit: 19:00 Uhr
Kategorie: Kunst
Vernissage am Mittwoch 14. August von 19-22.00 Uhr
Ausstellungsdauer 15. August bis 8. September

ZUM TOD DES LEGENDÄREN ILLUSTRATORS ROBERT W. RICHARDS

Zur Erinnereung an den im Juli 2019 verstorbenen New Yorker Künstler zeigt ART-PRIDE im Schöneberger Galerie-Café BREZL noch einmal einige Arbeiten von Roberet W. Richards.

Lars Deike: "ich war begeistert von Robert - ich durfte den Künstler bei einem 4stündigen Fotoshooting und anschliessenden Essen bei uns zu hause näher kennen lernen und ihn auch malen. Diese Ausstellung in der Brezel soll den im letzen Monat verstorbenen Weltstar ehen. Die grossformatigen Finearts sind natürlich alle von Robert handsigniert. Ich bin stolz sie Euch nochmal zeigen zu dürfen!

HIGHLIGHT - URAUFFÜHRUNG
Am 6. September zeigen die Veranstalter um 19.00 Uhr (Filmstart 19.30) den Mitschnitt legendären Broadway-Auftritt 2015 in New York. Richards erzählt aus seinem Leben – ENGLISCH! Der Eintritt ist frei. Gästeliste bitte HIER eintragen: https://www.facebook.com/events/2441955162689910/

WER WAR R. W. RICHARDS

12. Juli 2019; Legendärer Illustrator aus New York vestorben
Begegnung mit Robert W. Richards
Vom Broadway auf die Friedrichstraße

[Freie Übersetzung nach Vorlage eines Textes von Shirin Borthwick | 19.05.2011 | by B. Althans]
Es fiel auf, wenn Robert W. Richards einen Raum betrat. Und so überraschte der gelungene Brückenschlag nicht, der dem - immer mit eleganten Anzügen und seinem Markenzeichen, der runden Hornbrille auftretenden - Künstler instinktiv zwischen sich selbst und seinen Mode-Illustrationen gelang. Über 50 Jahren zeichnete Richards Mode und Menschen. Er arbeitete in den 60er und 70er Jahren an der Seite von Kenneth Paul Block – einem der bedeutendsten Illustratoren des 20. Jahrhunderts – in den Zentren der internationalen Modeszene, Mailand und Paris. Robert W. Richards entwickelte in dieser Zeit geradezu mühelos eine
fließende Linearität und erntete große Beachtung und Bewunderung für seine geradezu intuitive Begabung der Feder-Führung. Viele seine Bilder, gerade seine minimalistischen Illustrationen, wurden wegen seines Talents der Reduktion auf
das Wesentliche - ohne dabei die Eleganz und Feinheit aufzugeben – stilprägend.

Eine Zeit lang studierte Richards Kunst an der Bostoner Academie of Fine Arts. Da er kein großer Verfechter des Studierens war, brach er jedoch ab. „Ich war zu jung!“ sagte Richards später. Um seinem kleinen Heimatort in Maine zu entfliehen, zog er nach New York, wo er durch seine unverwechselbaren Zeichnungen in kürzester Zeit große Bekanntheit erlangte. Er fertigte zahlreiche Portraits von berühmten Zeitgenossen an; unter ihnen Lena Horne, Andy Warhol, Peggy Lee, Cher, Tony Curtis, Liza Minelli und Al Pacino. Fast allen begegnete er dabei persönlichund mit vielen waren diese berufliche Begegnung der Beginn jahrzehntelanger Freundschaft. In der Modebranche war er unter anderem für Valentino, Gaultier und Yves St. Laurent tätig. 2014 wurde er sogar selbst für Kate Spades zum Model und die VOGUE feierte ihn als „ageless role-model*“ [*zeitloses Vorbild]. In den späten 70ern und den beginnenden 80ern begann Richards, sich mehr für die Menschen in der Kleidung zu interessieren. Es war der Beginn seiner umfangreichen Serien und Einzelbilder, in denen Richards vor allem Männer verführerisch porträtierte. Eine erste Auswahl veröffentlichte der Verlag BRUNO GMÜNDER im Erotik-Bildband ALLURE. Das zweite Buch SEDUCTION erschien 2016. Durch alle seine Bilder zieht sich der rote Faden des außergewöhnlichen Zeichenstils von Robert W. Richards und trotz der reduzierten
Linienführung beinhalten die Darstellungen ein Höchstmaß an Schönheit und Erotik. Der Künstler schaffte es, aus jedem Sternchen einen Star zu machen. Und doch sind seine Illustrationen, die auf den ersten Blick glatt und fehlerfrei wirken,
gespickt mit tiefgründigem Humor und feinsinniger, liebevoller Ironie. In jüngster Zeit porträtiert er amüsiert die Entwicklung der Verehrung von Schuhen, ja, Anbetung von Sneakers bis Highheels und widmet sich insbesondere dem „gender-crossing“; dem Mix und der Konfrontation herb-männlicher Äußerlichkeiten mit extrem femininen Attributen und Eigenschaften. Bedenkt man
dabei, dass fast jedes Motiv auf einer real existierenden Person beruht, wird es umso interessanter, dass Richards sich dabei oft weit in das unendliche Feld der sexuellen Fantasien vorwagte.
Seit den 70er Jahren bis weit in die 90er Jahre entstand eine der explizitesten Bildserien überhaupt: GODS OF EROTICA. In fast 80 dreiteiligen großformatigen Bleistiftzeichnungen hielt Richards die damaligen Ikonen der aufkommenden Porno-Industrie fest. Es entstand das herrausragende Hauptwerk des Künstlers, dessen unverfängliche Klarheit dazu führte, dass es bisher in den USA noch nicht der breiten Masse gezeigt wurde. Richards porträtierte die Protagonisten nicht nur; in Interviews entlockte er den Dargestellten innerste Beweggründe, biografische Einzelheiten und tief bewegende Emotionen. Bis an sein Lebensende arbeitete Richards voller Elan und Inspirationen weiter an ModeAufträgen und eigenen Illustrationen. 2009 war er Kurator der großen Ausstellung FASHION ILLUSTRATION in der berühmten New Yorker SOCIETY OF ILLUSTRATORS. Nachdem er in seiner Eigenschaft als Mitglied des „Board of Directors“ des renommierten LESLIE+LOHMAN Museums, New York auch dort bereits mehrere eigene Ausstellungen organisiert hatte, zeichnete er 2014 erneut als Kurator für "- STROKE - von „unter der dem Bett“ an die Wand der Museen -" verantwortlich. Im Juni 2015 erschien bei BRUNO GMÜNDER der gleichnamige Bildband, dessen wissenschaftlichen Begleittext Richards gemeinsam mit Hunter O'Hanian, dem damaligen Direktor des LESLIE+LOHMAN Museums verfasste:

„Es ist Aufgabe eines Fashion-Illustrators, in einer Darstellung das beste Kleidungsstück in seiner Interaktion mit dem Körper des Models herauszuarbeiten – man muss ein Auge dafür haben, diesen Linien hinterherzujagen, bis man selbige auf dem Papier eingefangen hat.“ [R.W. Richards]

Es scheint, als hatte Richards schon immer ein glückliches Händchen für diese Beziehung zwischen der einfachen Linie und ihrer unendlichen Variation - mit Schwung gezeichnet, durch Bewegung verändert – immer so wirkend, als sei alles
ganz leicht! Im Juni 2015 war Richards erstmals mit gleich zwei Ausstellungen in Berlin zu Gast. Einer ersten - nur vier Tage dauernde Ausstellung in der Werkstattgalerie während des Motzstraßenfestes mit mehr als 2.000 Besuchern folgte die Ausstellung „LATIN LOVERS“ in den GALERIES LAFAYETTE. Der Künstler war hierfür erstmals in Berlin persönlich anwesend. Organisiert wurde alles von Bernd Althans [www.servicewerk-berlin.de], seit Jahren bekannt für seine erfolgreichen, für die Geschichte und Identität der schwulen Szene Kunstausstellungen (Greg Day; John Palatinus, Jan Scheirs, Lars Deike uvm.]

von: Berlinguy

Mehr Infos im Internet:

Bilder aus Berlin

 
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