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30 Jahre Freiheit. Die Samtene Revolution in Fotografien von Karel Cudlín

Wilhelmstraße / Eingang Mohrenstraße 44 10117 Berlin - zum Stadtplan
Donnerstag 12.09.2019 bis Donnerstag 21.11.2019 - Anfangszeit: 19:21 Uhr
Kategorie: Kunst
Inzwischen sind sie dreißig Jahre alt, die schwarz-weißen Dokumentaraufnahmen, in denen Karel Cudlín die Samtene Revolution von 1989 festgehalten hat. Mit ihrer Eindringlichkeit, ihrem Blick für Details und die absurden Seiten des Lebens machen sie für die heutigen Betrachter eine Welt lebendig, die es so nicht mehr gibt. Karel Cudlín dokumentierte nicht nur die großen Demonstrationen vom November 1989 in Prag, bei denen aus jedem einzelnen Gesicht Hoffnung und Freude sprechen, er hielt auch Alltagsszenen ab Mitte der 1980er Jahre fest, war im Spätsommer 1989 direkt mit dabei, als sich DDR-Bürger in die westdeutsche Botschaft in Prag flüchteten und dort auf ihre Ausreise hofften. Er verfolgte 1991 in den Kasernen von Milovice, wie der Abzug der sowjetischen Soldaten vor sich ging, und er begleitete später als einer seiner offiziellen Fotografen Václav Havel in dessen Zeit als Staatspräsident. Ergänzend zu den Fotografien zeigt das Nationalmuseum Prag in Texten und Filmaufnahmen eine Dokumentation der Samtenen Revolution und erinnert an die Entwicklungen, die ihr vorangingen.1987 hatte Karel Cudlín sein Fotografie-Studium an der Prager FAMU beendet und begonnen, für die Zeitschrift Mladý Svět zu arbeiten. Die in Berlin gezeigten Fotografien entstanden zwar zu dieser Zeit, Karel Cudlín nahm sie jedoch für den Privatgebrauch auf. Auf nicht genehmigten Demonstrationen zu fotografieren war zu der Zeit nicht ganz ungefährlich. Von den Demonstrierenden oder flüchtenden DDR-Bürgern konnte er leicht für einen Spitzel gehalten werden. Für die Staatsmacht wiederum wäre sein Material eine lohnende Quelle zur Identifizierung von „Staatsfeinden“ gewesen. Für den Fotografen galt deshalb der Grundsatz, lieber den Film zu vernichten, als ihn herauszugeben. Auch die Aufnahmen im streng abgeschirmten Militärgebiet Milovice waren keine einfachen Schnappschüsse. Es bedurfte schon einiger List und Hartnäckigkeit, um so nahe an die Soldaten heranzukommen, um die Zeichen einer untergehenden Weltordnung und die Unsicherheit in den Augen der Soldaten festzuhalten.Bis heute ist der Autor dieser ikonographischen Bilder der Wendezeit einer der wichtigsten Dokumentarfotografen Tschechiens. Seine Werke waren in zahlreichen Einzel- und in Hunderten Gruppenausstellungen rund um die Welt zu sehen, sind in Sammlungen vertreten und in Publikationen abgebildet. Karel Cudlín hat für die Wochenzeitung Respekt und viele andere Medien und Agenturen gearbeitet, das Atelier für Dokumentarfotografie an der FAMU geleitet, wurde mit dem Preis der Revolver Revue ausgezeichnet und gewann fast zwanzig Mal den Wettbewerb Czech Press Photo.Eine systematische Dokumentation der politischen Wende in der damaligen Tschechoslowakei bietet eine begleitende Exposition des Nationalmuseums Prag. Mit Schautafeln und Dokumentarfilmsequenzen erinnert sie zurück bis zur Gründung der Charta 77, beleuchtet die Situation in einigen anderen Ostblock-Ländern, dokumentiert den genauen Verlauf der Wende bis hin zu den ersten freien Wahlen und der Teilung der Republik in zwei autonome Staaten.
Begleitend zur Ausstellung ist ein Programm mit verschiedenen Veranstaltungsformaten geplant.

Eröffnung in Anwesenheit des Fotografen: Donnerstag, 12.09.2019, 19:00
Öffnungszeiten: 13.09. – 21.11.2019, Di – Sa 14:00 – 18:00, am 03.10. bleibt die Ausstellung geschlossen
Eintritt frei

von: berlin.czech.

Mehr Infos im Internet:

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