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DESCRIPTION:Do.\, 22.01.15\, 19:30 Uhr\, Humboldt-Universität\, Unter den Lin
 den 6\, Hörsaal 2002Naked Opera: Die Pornographie des MusiktheatersDr. Kevin 
 Clarke Es war Linda Williams\, die zuerst öffentlich darauf verwies\, dass ?a
 ltmodische' (= klassische) Broadway Musicals strukturell den Abläufen von Po
 rnofilmen entsprechen. Diese Abläufe entsprechen auch der Struktur vieler Ba
 rock- und Belcanto-Opern. Weswegen es vermutlich nicht überrascht\, dass besond
 ers viele schwule Pornographen eine ausgesprochene Liebe für Musicals und/oder 
 Opern haben. Bei einigen geht diese Liebe so weit\, dass sie ganze Opern i
 n schwule Pornos umgewandelt haben\, etwas Lucas Kazan mit seiner experime
 ntellen Serie ?Elisir d'amore'\, ?Cosí fan tutte'\, ?Pagliacci' und ?Cavalle
 ria rusticana'. Andere\, wie der holländische Künstler Sjaron Minailo\, haben Sou
 ndtracks von Bel-Ami-Pornos als Basis ihrer Resampling-Partitur genutzt\; 
 das Resultat\, ?Pornographia'\, wurde 2013 bei den Operadagen Rotterdam ge
 zeigt. In New York arbeitet derweil Florian Klein an ?Porn ? The Musical'.
  Am Theatermuseum Wien und München gab es unlängst eine Ausstellung mit der Abtei
 lung ?Die Geburt der Operette aus dem Geist der Pornographie' und erregte 
 großes Besucherinteresse. Und bei den Filmfestspielen in Berlin ging die Do
 ku ?Naked Opera' mit dem schwulen Pornostar Jordan Fox auf dem Roten Teppi
 ch in Premiere. Er wurde mit dem Heiner-Carow-Preis ausgezeichnet\, löste abe
 r bei der Komischen Oper Berlin Panik aus\, weil sie Angst hatte\, ein im 
 subventionierten Opernbetrieb gedrehter Pornofilm könnte kulturpolitische Kon
 sequenzen haben. Weswegen auf dem Poster der Zuschauerraum der Komischen O
 per mit Photoshop entfernt werden musste. Kevin Clarke schildert\, wie sta
 rk bestimmte Formen des Musiktheaters von ?pornographischen' Elementen dur
 chsetzt sind und warum sie deshalb einst so erfolgreich waren\; es wird hi
 er speziell um die Opéra Bouffe im Paris der 1860er Jahre gehen bzw. die Bur
 lesque der 1870er Jahre in den USA und England\, wo Prostitution\, Porno\,
  weibliche und schwule Emanzipation sowie Musik eine einzigartige Verbindu
 ng eingingen. Clarke stellt auch die Porno-Experimente von Lucas Kazan mit
  Filmausschnitten vor und beschreibt\, warum sie so grandios gescheitert s
 ind. Und warum das moderne Broadwaymusical einen so ganz anderen\, neuen U
 mgang mit Porno gefunden hat\, dass in Hit-Shows wie ?Avenue Q' die gesamt
 e Cast einen Song zu Internetpornos singen kann. Clarke fragt auch\, warum
  sich traditionelle Musikwissenschaftler_innen so schwer tun\, dieses Them
 a aufzugreifen und Pornographie im Bereich Musik(theater) als etwas Ehrrühriges
  ansehen\, statt als absolut zeitgemäßes Phänomen ? mit dem Theatermacher_inne
 n schon vor 150 Jahren die Zuschauer anlockten. Und vor dem Theatermacher_
 innen heute\, zumindest wenn es offiziell ?Porno' heißt und ist\, zurückschrecke
 n. Selbst wenn sie selbst offen schwul und Pro-Porno sind. Kevin Clarke st
 udierte in Berlin und Mailand Musikwissenschaft und Literaturgeschichte. E
 r promovierte an der FU Berlin zu Emmerich Kálmán und die transatlantische Ope
 rette. 2007 erschienen seine Bücher Glitter and be Gay: Die authentische Operet
 te und ihre schwulen Verehrer sowie Im Weißen Rössl ? Auf den Spuren eines Wel
 terfolgs. 2010 kuratierte er die Ausstellung zu Erik Charell am Schwulen M
 useum* Berlin. Er leitet seit 2006 das Operetta Research Center Amsterdam\
 , beschäftigt sich aber zwischendurch immer wieder mit schwuler Geschichte u
 nd LGBT-Themen. Im Wintersemester 2013/14 lehrte er an der Uni Wien zu Gen
 der und Operette (?...und auch ein bisschen andersrum!')\, in Wien kuratie
 rte er auch die Ausstellung Welt der Operette fürs Theatermuseum mit dem Abschn
 itt ?Die Geburt der Operette aus dem Geist der Pornographie'. 2013 erschie
 n beim Bruno Gmünder Verlag sein Buch Beards: An Unshaved History\, davor das B
 uch Porn: From Andy Warhol to X-Tube. Zutritt zur Veranstaltung ab 18 Jahr
 en. (Quelle: Internetseite)\n\nViel Spass wünscht Gratis-in-Berlin\n\nLink zum 
 Tip: https://www.gratis-in-berlin.de/component/flexicontent/15-leute-treff
 en/2018703-naked-opera\nZu den Gratis-in-Berlin Angeboten: http://www.grat
 is-in-berlin.de\n
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