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DESCRIPTION:Musikalischer Genuss und tröstlicher Seelenbalsam in der Reformati
 onskirche Moabit.Mit der Cantorei der Reformationskirche\, dem Adoramus-Ch
 or aus Slubice (Polen) und dem Berlin-Brandenburgischen Sinfonie-Orchester
 .Programm:Johannes Brahms: Ein Deutsches RequiemJózef ?wider: Kto szuka Ci? (
 Wer Dich sucht)Pawe? ?ukaszewski: Ostatni list ?wi?tego Maksymiliana Marii
  Kolbego do Matki (Letzer Brief von Maximilian Kolbe an seine Mutter)Sopra
 n: Magdalena IlowskaBariton: Pawe? WiencekLeitung: Barbara Weiser Lada\, J
 ohannes Stolte\, Mariano Domingo==================================Mehr Inf
 os zum Konzert:?Wer Dich sucht\, hat Dich schon gefunden?Diese Worte des p
 olnischen Dichters Leopold Staff (1878-1957) in der Vertonung von Józef ?wide
 r (1930-2015) stehen nicht nur am Beginn der Konzerte\, die den Abschluss 
 unseres deutsch-polnischen Projektes bilden\, sie können auch als Leitgedanke
  der aufgeführten Werke gelesen werden.Johannes Brahms fand für sein Requiem-Librett
 o Bibelworte fernab des kirchlichen Dogmas\, in denen seine persönliche und k
 ünstlerische Sicht auf die ?letzten Dinge? aufscheint\; dabei war er mit Anfang
  dreißig noch ein junger Mann. Das Werk bedeutete seinen Durchbruch als Kom
 ponist und ist bis heute eines der meist aufgeführten sinfonischen Chorwerke\, 
 hat also universellen Charakter und berührt Menschen unabhängig von ihrem weltans
 chaulichen Hintergrund.Alle Komponisten der Romantik waren Suchende in ein
 er Welt\, die aus den Fugen geriet. Sie bewegten sich im Zwischenbereich v
 on Schmerz und Liebe\, Tod und Erfüllung. Kein Wunder\, war doch das spätere 19. 
 Jahrhundert eine Epoche rasanter Veränderungen angesichts der Evolutionstheo
 rie\, Religionskritik\, der Industrialisierung und der Gründung der Nationalsta
 aten.Religion wurde besonders in gebildeten Kreisen weitgehend der Privats
 phäre zugeordnet\, Natur oder Kunst wurden zu Ersatzreligionen. Brahms verst
 and die Bibel mehr als Dichtung\, denn als göttliche Offenbarung\, sie war für ihn
  ein Steinbruch\, dem er Teile entnahm\, die seinem Glauben entsprachen un
 d ihn als Komponisten inspirierten ? ganz anders als Liszt und vor allem B
 ruckner\, die einem von Rom betriebenen restaurativen Katholizismus verbun
 den waren.Ein deutsches Requiem bedeutet nur eine subjektive Möglichkeit unte
 r vielen. Die heterogene Textauswahl ist sehr geschickt zusammengefügt\, wobei 
 sprechend ist\, welche Textpassagen Brahms vermeidet. Besonders der fehlen
 de Bezug auf den Erlösungstod Jesu\, auf Sünde\, Strafe\, Opfer und Schreckensbild
 er\, die andere Komponisten gerade inspirierten\, wurde schon zur Entstehu
 ngszeit diskutiert. Daher wurden bei der Bremer Uraufführung am Karfreitag 1868
  nach dem dritten Satz Stücke eingefügt\, die überhaupt erst eine spezifisch christliche 
 Lesart ermöglichen und damit die empfundenen Leerstellen ausfüllen sollten\, u.a. 
 Sätze aus Händels Messias (Ich weiß\, dass mein Erlöser lebt\; Halleluja). Der fünfte S
 atz des Requiems fehlte bei dieser Aufführung. Möglicherweise erschien er zu persönli
 ch eingefärbt und daher unpassend für den liturgischen Rahmen\, denn die Sopranis
 tin verkörpert hier eine mütterlich tröstende Figur. Fraglich ist\, wer hier eigentli
 ch spricht\, es handelt sich wohl nicht um Gottes-\, Christus- oder Marien
 worte. Singt hier eine verstorbene Seele?1869 wurde das Werk erstmals mit 
 sieben Sätzen vollständig aufgeführt\, wodurch sich ein spiegelsymmetrischer Werkau
 fbau mit den musikalisch und textlich korrespondierenden Sätzen 1/7\, 2/6\, 
 3/5 mit dem vierten Satz als fast dissonanzfreie Paradies-Vision in der Mi
 tte ergibt. Im Beginn des 1. Satzes und im Trauermarsch des 2. Satzes verb
 irgt sich laut Brahms ein ?bekannter Choral?. Möglicherweise handelt es sich 
 dabei um ?Wer nur den lieben Gott lässt walten? oder das Volkslied ?Es ist e
 in Schnitter\, heißt der Tod?. Am Ende des 3. Satzes kombiniert Brahms als 
 musikalische Interpretation der Bibelstelle höchst eigenwillig Fuge (die auf 
 Entwicklung zielt) und Orgelpunkt (ein dauerhaft gehaltener Basston). Auch
  die Instrumentierung des Requiems ist ungewöhnlich. Im ersten Satz schweigen
  die Violinen\, ähnlich wie in den Requiem-Vertonungen von Fauré und Cherubini
 \, den Brahms sehr verehrte. In den Sätzen 1\, 2 und 4 setzt Brahms die Harf
 e ein\, die für ihn offenbar eine dem Werk besonders angemessene Klangfarbe hat
 \, fehlt sie doch in seinen vier Symphonien. Vom ersten zum siebten Satz s
 pannt sich vom ersten bis zum letzten ?selig? ein Bogen ? die Trauernden k
 önnen ihre Seligkeit darin finden\, dass sie die Toten in Seligkeit wissen.Br
 ahms schrieb in einem Brief\, er wüsste das ?Deutsch? im Titel gern durch ?den 
 Menschen? ersetzt\, allein\, die Rezeptionsgeschichte spricht eine andere 
 Sprache. Preußen besiegte Frankreich in den Einigungskriegen (1864-1871) un
 d im Spiegelsaal von Versailles fand die Kaiserproklamation statt. Schon b
 ald wurden Aufführungen des Requiems\, auch unter Brahms? Leitung\, dem Gedenke
 n an die gefallenen Helden gewidmet. Die Nationenbildung bestimmte politis
 ches Handeln in ganz Europa. Leidtragende dieser Entwicklung waren die kle
 inen Völker und besonders hart traf es im 19. Jahrhundert Polen\, das zwische
 n Preußen\, Österreich-Ungarn und Russland aufgeteilt wurde. Erst 1918\, im 
 Zuge der Neuordnung Europas nach dem Ersten Weltkrieg\, erlangte Polen sei
 ne Unabhängigkeit wieder. Mit dem deutschen Überfall auf Polen 1939 und dem B
 eginn des Zweiten Weltkriegs fand die gewonnene Freiheit ein jähes Ende\, Po
 len war Verlierer zwischen den totalitären Großmächten Deutschland und der Sowj
 etunion. Leid und Mord in Auschwitz und an anderen Schreckensorten stellen
  ein bis heute nicht überwundenes Trauma dar.Die Tatsache\, dass schon bei den 
 Uraufführungen Sätze in das Requiem eingeschoben wurden und das Werk trotz seiner
  äußeren Geschlossenheit einen wechselvollen Entstehungsprozess durchlief\, 
 war und ist bei vielen Aufführungen Legitimation dafür\, das deutsche Requiem mit an
 deren Stücken zu konfrontieren. Wir stellen es in den Kontext unseres deutsch-p
 olnischen Projekts mit dem anfangs genannten Stück von Jósef ?wider und einem Werk
  des zeitgenössischen Komponisten Pawe? ?ukaszewski (*1968). Der von ihm vert
 onte letzte Brief des Heiligen Maximilian Maria Kolbe (Geburtsname Rajmund
  Kolbe) an seine Mutter ist ein bewegendes Zeugnis von Zuversicht angesich
 ts der deutschen Gewaltherrschaft in Polen und des allgegenwärtigen Todes. K
 olbe hatte sich als Ordensbruder und Missionar im Widerstand gegen die Nat
 ionalsozialisten betätigt und Juden und anderen Verfolgten Zuflucht gewährt. A
 us diesen Gründen wurde er von der Gestapo verhaftet und nach Auschwitz verschl
 eppt. Bei einer Vergeltungsaktion der KZ-Aufseher bot er sich zum Tausch f
 ür einen mit inhaftierten Familienvater an. Nach zwei Wochen in der Hungerzelle
  wurde er am 14. August 1941 durch eine Giftinjektion ermordet.Bei einem P
 rojekt mit über 120 Mitwirkenden (nicht nur) aus Deutschland und Polen steht di
 e Suche nach dem im Vordergrund\, was uns in Zeiten einer drohenden erneut
 en Spaltung verbindet. In der Projektarbeit hat sich für mich frei nach dem ein
 gangs zitierten Wort bestätigt: Wer diesen Weg beschreitet\, ist schon am Zi
 el.[Konzerteinführung von Johannes Stolte]\n\nViel Spass wünscht Gratis-in-Berlin\n
 \nLink zum Tip: \nZu den Gratis-in-Berlin Angeboten: http://www.gratis-in-
 berlin.de\n
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SUMMARY:Brahms: Ein Deutsches Requiem | ?Wer Dich sucht\, hat Dich schon ge
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