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DESCRIPTION:Eintritt frei\, spenden erbeten.Ausgeburten blendender Verzweif
 lung und Verkörperungen abgewrackten Lebens bevölkern die pechschwarzen MiniDram
 en und dichten Erzählextrakte\,die das erste ins Deutsche übersetzte Buch des 195
 0 in San Francisco geborenen und heute in Deutschland lebenden Amerikaners
  William Cody Maher versammelt. Glänzend übertragen wurde es vom BukowskiÜbersetze
 r Carl Weissner\, der auch ein originelles Nachwort beisteuert. Es konstat
 iert treffend den «verführerischen Schimmer von Endgültigkeit»\, der auf diesen Texten
  liegt\, «als wären es lauter letzte Worte von Opfern\, Tätern\, Passanten\, vo
 n denen manche nicht mehr ausreden durften». Das Leben als Boxring\, wo die
  Sieger von gestern die Verlierer von heute sind ? das ist der Fokus diese
 s durchtriebenen Schwarzsehers und Autors kunstvoll geraffter Dramolette\,
  finsterschöner Prosapoeme. In «Das Girl ganz vorn am Ring» weidet sich die ExF
 reundin eines Boxers\, von dem auch sie Schläge hatte einstecken müssen\, an dess
 en schmählichem Knockout («Am Ende jeder Runde höre ich Hochzeitsglocken?»). Rach
 e ist aber nur bedingt süss\, und Mahers Monologe sind keine simplen Bildchen: 
 Alles kippt plötzlich und äusserst ungemütlich in die Schräge.In dem MiniDramolett «Ich
  bin's\, Babe» entern zwei Polizeidetektive abwechselnd mit simuliertem Lie
 besgeflüster das Bewusstsein einer aufgegriffenen Frau\, halten jedoch gleichze
 itig den eisernen Rahmen von Verhör und psychologischer Druckausübung aufrecht. Di
 eser Mix aus pseudointimem Liebesgesäusel und perfidem Psychoterror ist ein 
 Glanzstück in diesem Pandämonium ziemlich kaputter Seelen. Nirgendwo gibt es Gefühle e
 chter Geborgenheit\, detektivische Dämonen schleichen sich ein in die verzwe
 ifelt hingebungswilligen Psychen der Gepeinigten. Liebe ist Simulation\, u
 nd Freiheit ist nirgends\, die Kälte der Welt regelt grob das Thermometer\, 
 beschädigte Seelen mit irre lächelndem Witz geben sich ein verpatztes Stelldic
 hein. Durch Mahers Universum stolpern kompakte Einsamkeiten. Ironisch wird
  «Eine bessere Welt» beschworen und illusionslos immerzu abgewinkt. «Es war z
 u spät\, um meine Niederlagen zu zählen»\, heisst es in «Popcorn». Man fragt sich
  nur\, woher in diesen Prosafetzen das merkwürdige dunkle Leuchten kommt. Eine 
 rätselhafte versteckte Lichtquelle erhellt noch die schwärzesten Abgründe. Vielleic
 ht ist es schlicht die Poesie. Im abschliessenden lyrischen Monolog «Ich bi
 n Hunter's Point» spricht der schwarze Slum am Rande von San Francisco\, wo
  Maher seine alles andere als unversehrte weisse Kindheit verbrachte\, in 
 hinreissender IchForm von Gewalt und Schrecken und einer irrlichternden Sc
 hönheit. «Ich hatte keine Tränen mehr\, also starrte ich nur in mein Leben\, bis
  es verschwand. » Man kann nur hoffen\, dass noch weitere Bücher dieses inspirie
 rten Schwarzsehers auf Deutsch folgen werden.\n\nViel Spass wünscht Gratis-in-B
 erlin\n\nLink zum Tip: https://www.gratis-in-berlin.de/kalender/item/20237
 93-william-cody-mahers-reading-geisterstadt\nZu den Gratis-in-Berlin Angeb
 oten: http://www.gratis-in-berlin.de\n
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SUMMARY:William Cody Mahers Reading 'Geisterstadt'
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