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DESCRIPTION:Seit 2008 liest Theodor Schmidt aus alten Tagebüchern aus seiner Han
 dschriftensammlung.Nun liest er sein neuestes Programm: Do.\, 21. Septembe
 r 2017\, 20 Uhr im 'Zum Schwalbenschwanz'\, Margaretenstraße 22\, 10317 Ber
 lin (S+U Lichtenberg). Eintritt: Spende am Ende.Das Café 'Zum Schwalbenschwa
 nz' ist das Café des Festivals 'Wilde Möhre'.Hilde Vogdt (*1903) wohnt mit ihre
 r verwitweten Mutter in Berlin am Nordhafen\, Boyenstraße 5. Von Anfang 192
 1 bis Sommer 1922 schreibt sie Tagebuch\, und zwar meist über das Flirten und '
 Vergnügen'\, d.h. über Tanzveranstaltungen\, zu denen sie sich oft bis zum Morgen ve
 rgnügt.Auf fast jedem Vergnügen hat sie einen neuen Schwarm\, 'ohne geht es schon ga
 r nicht mehr.' Sie bezeichnet sich selbst als 'Kratzbürste'\; Zärtlichkeiten bege
 gnet sie meist resolut und abweisend. Ihr Herz hängt immer noch an ihrem ers
 ten Freund Max Buntebart...Ein herrliches Tagebuch einer selbstbewussten j
 ungen Frau aus dem Berliner Nachtleben\, kurz vor dem Beginn der 'Wilden 2
 0er'.Zwei Auszüge:1. Über ein Tanzvergnügen: 'Am Sonnabend waren wir zum Vergnügen im K.V.
 A. vom Turnverein. Da hatte ich zum ersten Mal mein seidenes Kleid an\, sc
 höne dünne Strümpfe und neue Schnallenschuhe. Ich gefalle mir selbst in dem neuen Kleid
 ! Jawohl\, so eitel bin ich. Zweimal kam von unserem Nachbartisch ein hübscher 
 großer Mensch. Der tanzte sehr schön\, aber ich glaube\, der war zu sinnlich v
 eranlagt\, denn der presste mich immer an sich und guckte mir so tief in d
 ie Augen\, dass mir himmelangst dabei wurde. Und Backe an Backe hat dieser
  unverschämte Mensch auch mit mir getanzt. (Es war aber doch ganz schön.) Nachh
 er fragte er mich\, ob ich nicht mit ein bisschen nach draußen käme. Ich schl
 ug ihm dieses ab\, denn mir ahnte\, was mir da geblüht hätte.'2. Über einen Vere
 hrer\, der sie auf der Straße anspricht: 'Am Zoo\, dort ist es ja immer seh
 r belebt. Da wimmelt es ja man so von einem Lebevölkchen. Bin verschiedene Ma
 le angequatscht worden\, habe natürlich gleich die richtige Antwort darauf gege
 ben und bums\, machten meine Herren kehrt. Als ich so ziemlich am Bahnhof 
 Zoo war\, spricht mich wieder einer an. Sehr höflich fragte er\, ob ich es ge
 statte\, dass er mich begleite. Ach was\, denke ich\, bist gleich angelang
 t\, sagst ja. Ich sagte ihm\, wenn es ihm Vergnügen bereitet\, bis zum Bahnhof.
  Er fragte mich\, wo ich hinwollte\, und bat mich\, ich möchte doch mit ihm d
 en Abend zusammen verleben\, und lud mich gleich in eine Weinstube ein. Nu
 n wusste ich Bescheid. Jetzt war ich aber auch nicht dumm und gab ihm fest
 e Antwort. Er bat und schmierte\; und wenn es ein halbes Stündchen wär. Schließlic
 h waren wir angelangt am Bahnhof\, und ich verabschiedete mich von ihm. Er
  schüttelte mir so die Hand\, als wenn wir alte Bekannte wären\, und ich musste i
 hm noch das Versprechen geben\, ihn anzurufen\, wann wir uns treffen könnten.
  Er nannte seinen Namen und seine Telefonnummer. ?Ein schneidiger\, charma
 nter Mensch war es\, nobel angezogen\, gut gesprochen\, schöne Figur\, aber s
 chade\, weiter nichts. Ich habe ihn ungefähr auf 30 Jahre geschätzt. Dass ich 
 nicht anrufe\, das ist ja nun mal klar. ?'\n\nViel Spass wünscht Gratis-in-Berl
 in\n\nLink zum Tip: \nZu den Gratis-in-Berlin Angeboten: http://www.gratis
 -in-berlin.de\n
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SUMMARY:Das Berliner Nachtleben 1921/22 - aus dem Tagebuch der Hilde V.
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