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DESCRIPTION:Im Gästezimmer unterhalten sich Xadalu Tupã Jekupé und Andrea Scholz 
 über den Fluss Ybiracy. Sie reflektieren dabei über das Spannungsfeld zwischen Indig
 enen Kosmotechnologien (Praktiken der Welterfahrung\, der Aneignung und Be
 wahrung) und westlichen Perspektiven auf Eigentum und Erbe.Einstmals durch
 querte der Ybiracy die südbrasilianische Stadt Porto Alegre\; die Menschen nutz
 ten auf vielfältige Weise sein Wasser und die Wege\, die an seinem Ufer entl
 angführten. Mit dem Wachstum der Stadt wurde der Fluss immer mehr von der Stadt
  verdrängt und im Zuge der Errichtung eines Shoppingcenters schließlich unter
  die Erde verlegt. Während das Gewässer so zur Unsichtbarkeit verdammt wurde\,
  errichtete die Stadtverwaltung eine Statue\, die einen Frauenkörper abbildet
  und den Namen Ybiracy trägt. Die Verwandlung einer lebendigen Entität in Kult
 urerbe ist Teil kapitalistischer Aneignungspraxis in der westlichen Gesell
 schaft.Doch Ybiracy lässt sich nicht auslöschen. Wenn der Himmel weint und es r
 egnet\, wächst der unterirdische Fluss über seinen Kanal aus Beton hinaus\, und d
 ie Gewalt der Aneignung tritt als Abwasser ans Tageslicht.BeteiligteXadalu
  Tupã Jekupé ist ein Indigener (Guarani) Künstler\, geboren in Alegrete (RS) im Süden Br
 asiliens\, einem Gebiet\, das historisch von den Guarani Mbyá\, Charrua\, Mi
 nuano\, Jaro und Mbone bewohnt wurde. Sein Werdegang ist eng mit dem Erbe 
 und den Spannungen verbunden\, die das Missionssystem in Südamerika hinterlasse
 n hat\, insbesondere im Kontext der Estancia Yapeyú während der Zeit der jesui
 tischen Missionen. Er beschäftigt sich mit dem sogenannten missionarischen B
 arock der Guarani\, den er in einem zeitgenössischen Kontext als lebendige Fo
 rm Indigener Kunst neu interpretiert. Gleichzeitig setzt sich sein Werk mi
 t den Prozessen der Auslöschung auseinander\, die aus Katechisierung\, Kriege
 n und kolonialen Aufständen resultieren\, und verwandelt sie in visuelle Erz
 ählungen\, die Erinnerung\, Spiritualität und Widerstand artikulieren. Dabei e
 ntwickelt sich seine Praxis als symbolisches Feld der Auseinandersetzung\,
  in dem Mythos und Ritual mit der Gegenwart in Dialog treten\, um die Gren
 zen der Kolonialität in Frage zu stellen.Zu seinen jüngsten Einzelausstellungen z
 ählen: ?O Jardim Guarani? (Centro Cultural São Paulo\, 2022)\; ?Antes que se a
 pague: territórios flutuantes? (Fundação Iberê Camargo\, Porto Alegre\, 2022)\; ?
 Invasão Colonial Yvy Opata: A terra vai acabar? (Museu das Culturas Indígenas\
 , São Paulo\, 2022)\; Tekoa Xy: A Terra de Tupã (Instituto Inclusartiz\, Rio d
 e Janeiro\, 2022)\; und Portal Sul: Tucum (Centre Intermondes\, La Rochell
 e\, Frankreich\, 2021).Er erhielt Auszeichnungen wie den Humanities Award 
 (2014) in Anerkennung seines Engagements für indigene und soziokulturelle Anlie
 gen\; den Açorianos Visual Arts Award (2019) in der Kategorie ?Nachwuchskünstler?
 \; sowie Nominierungen für den PIPA-Preis (2022 und 2024).Während seiner Residenz
  im Kollaborativen Museum/ Humboldt Forum im Juni 2026 bereitet Xadalu Tup
 ã Jekupé eine Bilderserie für die Ausstellung ?Zuflüsse. Kosmotechnologien des Wassers? 
 vor. Sie wird im November 2026 eröffnet\, zum Auftakt des zweijährigen Programm
 schwerpunkts ?Mein.Dein.Unser?!? zu Eigentum und Erbe im Humboldt Forum.An
 drea Scholz ist Kuratorin für transkulturelle Zusammenarbeit im Ethnologischen 
 Museum und Museum für Asiatische Kunst in Berlin. Sie ist ausgebildete Anthropo
 login mit dem Schwerpunkt Amazonien und arbeitet seit 10 Jahren in verschi
 edenen Kooperationsprojekten mit Indigenen Gemeinschaften und Bildungsproj
 ekten\, hauptsächlich in Lateinamerika.Xadalu Tupã Jekupé ist im Juni 2026 CoMus
 e-Fellow am Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst.CoMuse ? 
 Das Kollaborative Museum ist eine Initiative des Ethnologischen Museums un
 d des Museums für Asiatische Kunst\, die darauf abzielt\, multiperspektivische 
 Ansätze zur sammlungsbasierten Forschung zu entwickeln und neue Formate für kolla
 borative Prozesse zu erproben\, um die Dekolonisierung und Diversifizierun
 g der Museumspraxis nachhaltig zu intensivieren.Das CoMuse-Fellowship-Prog
 ramm wird unterstützt vom Künstlerhaus Bethanien\, das ein Atelier zur künstlerischen und
  wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung stellt.- kostenfrei- Sprachen: Deut
 sch\, Brasilianisches Portugiesisch- Dauer: 60 min- ab 12 Jahre- Ort: Mech
 anische Arena im Foyer- Teil von: Gästezimmer\n\nViel Spass wünscht Gratis-in-Ber
 lin\n\nLink zum Tip: \nZu den Gratis-in-Berlin Angeboten: http://www.grati
 s-in-berlin.de\n
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SUMMARY:Tränen des Himmels\, Tränen des Abwassers
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