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DESCRIPTION:SHOW YOUR DARLING IIIDAS BETT: Anzeichen eines phänomenologischen
  Moments32 fotografische PositionenAusstellung: 4. März bis 14. April 2018Ve
 rnissage: Samstag\, 3. März\, 19 UhrFinissage: Samstag\, 14. April\, 18 UhrW
 er kein Bett besitzt\, findet keine Ruhe. Wenn sich die Nacht nähert\, drängt 
 sich die Frage des Nachtlagers auf. Phänomenologisch betrachtet ist das Bett
  das Gegenstück zur Straße\, ein zurückgezogener\, nicht öffentlicher Ort\, an dem ein s
 eltsamer Zustand namens Schlaf neue veritable Kräfte erzeugt. Eine Straße kan
 n kein Bett sein\, aber in Straßen findet man vielfach Betten.Im Bett verei
 nen sich Leben und Tod zur kurzen Mesalliance von Traum und Bewusstlosigke
 it. So gesehen\, ist das Bett eine luxuriöse Vorstufe des Grabes. Es verbinde
 t den Menschen innig mit dem Schlaf. Auf der Horizontlinie des Traumhaften
 \, Traumatischen\, Vergangenen wird gestorben\, gebärt und gezeugt. Das Beet
  des Existentiellen bleibt indes ein schmaler Streifen seiner gesamten Phäno
 menologie: Die Typologie reicht von der Party-Badewanne bis zum Himmelbett
 \, vom Pferdesattel in der Prärie bis zur märchenhaften Prinzessin auf der Erb
 se. Während die einen spartanisch liegen\, bevorzugen andere Tiefe und Weich
 heit. Dem Schlaf ist das Bett heilig\, dem Traum nicht. Er nutzt jegliche 
 Irritation zu surrealistischen Zwecken und wickelt den Schlafenden in somn
 ambule Zuckerwatte.Manch einer protzt mit seiner Traumwiese\, andere verbe
 rgen ihr Refugium. Die Schlafzimmertür bleibt dezent verschlossen\, wenn Besuch
  kommt. Da im Bett das Private\, Intime und Zurückgezogene ausgelebt wird\, sch
 weben stets frische oder verbrauchte Geister um es herum. Zur Nacht wird e
 in Bett geöffnet\, am Tage wieder geschlossen. Dennoch ist das Bett tagaktiv\
 ; aus dem 'im' Bett wird ein 'auf dem' Bett. Immer wenn es benutzt wird\, 
 kann das Bett anschließend als Tatort inspiziert werden. Es zeigt stumme Ab
 drücke und erkaltete Rauchzeichen. Darin ähnelt es der Fotografie\, die ein Bett 
 des Lichtes ist. Der Betrachter wird zum Detektiv\, der die amorphen Spure
 n der voraufgegangenen Prozession zur Erzählung bündelt. Über die Jahre legt eine 
 Bettstätte ein Palimpsest der Träume an und bietet eine extreme Langzeitbelich
 tung der Ruhelosigkeit. Die sorgfältig über das Bett gezogene Tagesdecke ist eine
  Art Leichentuch des Lebens. Wenn sich das Bettgestell durchbiegt\, weil e
 s alt geworden ist\, bildet die Dauer eine Kurve. Das Bett trägt die physisc
 he Last von Lust und Leiden über dem Abgrund der Jahre. Träume\, Krankheiten\, ra
 uschhafte Nächte sind in seine Fasern und Federn eingerieben. Jeden Tag stel
 lt sich die gleiche Frage\, ob man gut geschlafen habe. Ein Bett ist wie d
 ie unendliche Folge kurzer Hängebrücken zwischen den Tagesinseln. Es verbindet si
 e Woche für Woche\, Jahr für Jahr. Ohne das Bett wäre eine Reise zur Kehrseite der Zei
 t undenkbar.Man gibt Betten eine individuelle Gestalt\, damit sich das All
 tägliche mit dem Besonderen verbindet. Ein Bett wird im Schlafzimmer gebette
 t. Es flirtet mit dem Gast\, dem Betrachter\, dem zukünftigen Geliebten. Fotogr
 afien insbesondere von Schlafzimmern sind Wunderkammern der Ägyptologie. De
 kor\, Tapeten\, Bilder\, Nachttische\, Lampen\, Kreuze bilden Grabbeilagen
 . An Schlafräumen wird die eigenwillige Einsamkeit der stummen Beredsamkeit 
 der Dinge ablesbar. Des Tages wird der Stein der blauen Nacht zur Seite ge
 rollt. Die Toten und die Gespenster schieben ihr Nachthemd unter die Daune
 n. Zur Nacht kehren sie zurück und tanzen erneut durchs Bett. Text: Stephan Rei
 snerZur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich.\n\nViel Spass wünscht Gratis-in-B
 erlin\n\nLink zum Tip: \nZu den Gratis-in-Berlin Angeboten: http://www.gra
 tis-in-berlin.de\n
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