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DESCRIPTION:Ausstellungseröffnung mit Vorträgen von Bazon Brock und Ulrich Heine
 nBazon Brock (Berlin/Wuppertal): ?Die denkende Hand und die Heiligkeit des
  Banalen?\nUlrich Heinen (Wuppertal) ?Über die Verfertigung der Sinnbilder 
 beim Zeichnen?Zur AusstellungDauer der Ausstellung: 27.11.-14.12.2018?Die 
 ?Tageszeichnungen?\, das sind die Einteilung in Tage\, an denen ich einfac
 h\, wo ich sitze und gehe und stehe\, telefoniere oder auf die Straßenbahn 
 warte\, Spuren lege.? (Fridhelm Klein)Die Praxis der Tageszeichnungen ents
 pricht Herodots Postulat ?Werke und Tage?. Das bedeutet einerseits: So wie
  man den Tag lebt\, produziert man auch das Werk. Andererseits ist hier da
 s Leben\, da das Werk. Erga kai hemerai heißt das auf Griechisch\, erga sin
 d die Werke\, kai hemerai sind die Tage. Erga kai hemerai bedeutet dann da
 s zusammenzuschließen\, das heißt\, das Leben selbst ist die Form der Entwic
 klung des Werkes\, aber auch\, das Leben des Künstlers ist die Voraussetzung da
 für\, dass er etwas schaffen kann. Die Organisation des Lebens entspricht der O
 rganisation des Werkes. Man lebt dann\, wie man schreibt. Das ist die Musi
 l?sche Formulierung. Man lebt in Werkform. Das hat in der Antike in den Sc
 hulen wie z.B. in der epikureischen Schule und in den Akademien begonnen. 
 Es ging damals und geht auch heute noch um die Frage: Wie müssen wir leben\, da
 mit ein Werk entsteht?Zum Beispiel heißt es bei Thomas Mann: ?Ich muss um 8
  Uhr am Schreibtisch sitzen und arbeite bis zwölf?. Das ist die einzige Basis
  dafür\, wie Werke geschaffen werden. Die Stoiker und Epikureer haben ihren Sch
 ülern auch schon diese Anweisung gegeben: nulla dies sine linea\, kein Tag ohne
  Manifestation.Das heißt\, wenn ich ein Tagebuch führe\, ist das auch eine Fixie
 rung des Lebens. Das Leben ist also nicht entscheidend\, denn es wird ja n
 ur dadurch\, dass es erinnerungsfähig wird\, ein für das Werk bedeutsames Leben. 
 Es geht also nicht um Gleichwertigkeiten\, also hier Leben und da Werke\, 
 sondern es ist wirklich eine Einheit. Und das Leben ist gebunden an die Er
 innerung\, gelebt zu haben.Also ist alles Leben darauf ausgerichtet\, eine
  Erinnerung zu schaffen. Ich lebe\, damit es später eine Erzählung über mein Leben 
 gibt. Das Leben als Werk ist die Biografie. Das heißt\, Leben selbst wird z
 u einem Werk. Das geht von der Stoa direkt die christliche Ethik ein: Man 
 hat so zu leben\, dass es ein gottgefälliges Werk ist in theologischer Absic
 herung in dieser oder jener Hinsicht.Also sind ?Tageszeichnungen? im Sinne
  der seit der Antike vorgegebenen Einheit von Leben und Werk die einfachst
 e Vermittlung zwischen den beiden Ebenen\, das Leben selber auch zu zeigen
 . Diese Aufzeichnungen können später zum Beispiel als Teil der Autobiografie se
 lber wieder ein Werk sein. Man muss das Werk additiv entwickeln\, jeden Ta
 g etwas tun. Das würde dann heißen\, Aufzeichnungen sind die Fixierungen der ein
 zelnen Elemente\, damit am Ende ein Ganzes herauskommt.Am Beispiel der Tag
 eszeichnungen von Fridhelm Klein könnte man sagen\, dass sich aus 1000 solche
 r Tageszeichnungen eine zeichnerische Darstellung eines Lebens ergibt. Das
  wäre dann sozusagen eine gezeichnete Autobiografie oder eine mit bildenden 
 Mitteln gestaltete Biografie. Das ist eine Übersetzung der Biografiepflicht
 igkeit in eine Darstellungspflichtigkeit. Und die Darstellung wäre dann am E
 nde auch eine geschlossene Biografie.Eine Ausstellung dieser individuellen
  Tageszeichnungen kann dieses Werk\, diese Biografie übersetzbar machen: Die Ta
 geszeichnungen werden zur Handreichung für andere\, denn im Zeichnen ist die Ei
 nheit von Tun und Gestalten gegeben. Das heißt\, man macht etwas\, das aber
  gleichzeitig eine Gestaltung ist. Das kann man auf die sozialen Beziehung
 en übertragen. Das Leben ist ja ein permanentes Experiment. Man hat es noch nic
 ht gelebt\, man hat es noch nicht trainiert\, man kann es nicht. Im Leben 
 fällt die Entfaltung der Möglichkeit mit der Verwirklichung zusammen. Deswegen 
 sprechen die Leute auch seit der Stoa von der Arbeit an der Biografie\, vo
 n der Gestaltung des eigenen Lebens. Das ist also das Grundprinzip: Erga k
 ai hermerai. Werke und Tage. Auch in den Beziehungen.Anlässlich der Ausstell
 ung erscheint der Katalog Fridhelm Klein: 1000 Tageszeichnungen. 50 Jahre 
 Heimfahrt der Kunstpädagogik zur Kunst (Röttenbach: Schrenk\, 2018) mit einem G
 espräch von Bazon Brock und Fridhelm Klein.Am Montag\, den 26.11.2018\, 19 U
 hr\, wird im Exploratorium in Berlin ein Abend zum Thema ?The Art of Selfi
 e? mit Performances &amp\; Gespräch sowie Zeichnungen\, Fotos &amp\; Videos 
 zum 80. Geburtstag von Fridhelm Klein stattfinden: www.exploratorium-berli
 n.deFriedhelm Klein war von 1969 bis 2004 Professor für Experimentelles Spiel u
 nd Neue Medien an der Akademie der Bildenden Künste München. Er lebt und arbeitet in
  München und Kreta. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland\, Gastdozent an
  verschiedenen Hochschulen. Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit: Umgang mit N
 atur\, Kunst und Kommunikation.Ulrich Heinen ist Professor für Gestaltungstechn
 ik und Kunstgeschichte an der Bergischen Universität Wuppertal\, Dekan des F
 ach&shy\;be&shy\;reichs Design und Kunst\, 2003 bis 2013 Mit&shy\;glied un
 d spä&shy\;ter auch Vor&shy\;sit&shy\;zen&shy\;der des Komi&shy\;tees des Wo
 l&shy\;fen&shy\;büt&shy\;te&shy\;ler Arbeits&shy\;krei&shy\;ses für Barock&shy\;for&
 shy\;schung der Herzog-August-Bibliothek Wol&shy\;fen&shy\;büt&shy\;tel.\n\nVie
 l Spass wünscht Gratis-in-Berlin\n\nLink zum Tip: \nZu den Gratis-in-Berlin Ang
 eboten: http://www.gratis-in-berlin.de\n
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SUMMARY:Fridhelm Klein: 1000 Tageszeichnungen und der sterbende Kunsthund
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