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Memleketim by Yücel Çakmaklı - Ideology in Turkish Cinema

Prinzenallee 59 13359 Berlin - zum Stadtplan
Donnerstag 14.03.2019 - Anfangszeit: 19:00 Uhr
Kategorie: Kino
Ideologie im türkischen Kino: Die Figur der Migration
Eine Filmreihe mit kommentierten Screenings kuratiert von ÖMER ALKIN

Bereits in den 1960er und 70er Jahren waren in der Türkei die Fronten zwischen islamisch-konservativen, nationalistischen und sozialistischen Positionen verhärtet. Besonders die Filme der Yeşilçam-Filmindustrie machen diese politischen Konflikte sichtbar. Bemerkenswert an den Filmen jener Jahre ist, dass die Migration nach Westeuropa darin oftmals als erzählerisches Moment dient, um die politisch-ideologischen Konflikte der Türkei auszutragen. Die Beschäftigung mit den in Deutschland größtenteils unbekannt gebliebenen Filmen von Yücel Çakmaklı, Halit Refiğ und Yılmaz Güney, den Repräsentanten dreier ideologisch konträrer Positionen, bedeutet zum einen die Aufarbeitung eines Teils deutscher Migrationsgeschichte: Migrant*innen fungieren als Vehikel des ideologischen Programms der Filme. Zum anderen ermöglicht die Filmreihe auch ein Verständnis der heutigen ideologischen Prägung des Landes zwischen Islam, Nationalismus und (linkem) Revolutionsdrang.

Film: Memleketim
Regie: Yücel Çakmaklı
Türkei 1974, 90 Min.

Es sind die 1970er Jahre in Wien. Die moderne Istanbulerin Leyla lernt den angehenden türkischen Arzt Mehmet kennen. Schnell entwickeln beide Zuneigung füreinander. Allerdings muss Leyla bald feststellen, dass Mehmet ganz andere Vorstellungen vom Leben hat als sie: Er will nach Ende seiner Ausbildung wieder ins tiefe Anatolien zurückkehren, um seinem Land zu dienen. Doch Leylas Europaliebe ist groß. Werden die beiden Liebenden dennoch zueinander finden?

freier Eintritt
Originalversion mit englischen Untertiteln

über YÜCEL ÇAKMAKLI und NATIONAL-ISLAMISCHES KINO:
Yücel Çakmaklı (1937-2009), geboren im anatolischen Afyonkarahisar, proklamierte 1964 das „Millî Sinema“ („National-Islamisches Kino“). Es sollte sich der anatolisch-islamischen Realität des Landes und seiner reichen Geschichte widmen. Çakmaklı realisierte zahlreiche Serien und Spielfilme, die einer vornehmlich islamisch-konservativen Haltung folgen und historisch motiviert sind. In seinen frühen Filmen verwandeln sich Çakmaklıs Figuren von verwestlichten Individuen zu frommen Muslim*innen.

über ÖMER ALKIN:
Ömer Alkın ist Medien- & Kulturwissenschaftler und Filmemacher. Seine Forschungsschwerpunkte sind deutsch-türkisches und türkisches Kino sowie Migration und Film. Sein Buch Deutsch-Türkische Filmkultur im Migrationskontext ist der erste deutschsprachige Sammelband zum Thema seit mehr als zwanzig Jahren. Seine Schriften sind in zahlreichen Büchern und Zeitschriften erschienen. Er lebt in Köln.

von: bibak

Mehr Infos im Internet:
Hinweis: bibak sucht nette Leute als Begleitung

Bilder aus Berlin

 
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