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Migrierte Hausangestellte im aufständischen Hongkong

Sebastianstraße 21 10179 Berlin - zum Stadtplan
Donnerstag 05.03.2020 - Anfangszeit: 19:00 Uhr
Kategorie: Wissen live
In Hongkong leben und arbeiten derzeit 385.000 migrierte Haushaltsarbeiter*innen. Sie repräsentieren 4% der Einwohner*innen und nahe 10% der arbeitenden Bevölkerung der Stadt. Der Großteil von ihnen kommt aus den Philippinen und Indonesien. Sie verrichten Haushaltsarbeit, kümmern sich um Babys und Kinder, pflegen ältere Menschen und leisten einen beachtlichen Beitrag zum sozialen Funktionieren der globalen Stadt. Dagegen sind ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen aufgrund der Aufenthalts- und Arbeitsgesetzgebung von Prekarität, vergleichsweise niedrigen Löhnen und der externen Kontrolle ihrer Mobilität und privaten Interessen geprägt. Diesen Einschränkungen zum Trotz, organisieren sich die migrierten Haushaltsarbeiter*innen in Hongkong: An ihrem gesetzlich garantierten freien Tag in der Woche, meist sonntags, treffen sie sich, unterstützen sich gegenseitig und fordern Respekt und ihre Rechte ein. Sie besetzen den öffentlichen Raum und sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Die jüngsten Entwicklungen im Kontext der Proteste in Hongkong zeigen jedoch, dass die Teilhabe von Migrant*innen beschnitten wird, wenn sich Haushaltsarbeiter*innen an den Auseinandersetzungen um die Zukunft der Stadt beteiligen.

Die indonesische Haushaltsarbeiterin, Journalistin und Schriftstellerin Yuli Riswati gibt Einblicke in die Organisierung und Aktivitäten migrierter Haushaltsarbeiter*innen und berichtet über ihre eigene Geschichte. Nachdem sie die Hongkonger Proteste und Bewegung durch ihre journalistische Berichterstattung für die indonesische Community unterstützt hatte, wurde sie aus der chinesischen Sonderverwaltungszone abgeschoben. Ihr Engagement hat schließlich dazu geführt, dass innerhalb der Hongkonger Bewegung die Frage grenzüberschreitender Solidarität mit den migrantisierten und marginalisierten Arbeiter*innen der Stadt zur Sprache kam. Aushandlungen darüber, wer Hongkonger*in ist, gewannen so in der Mehrheits- und Dominanzgesellschaft an Sichtbarkeit.

Realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

von: BIW

Mehr Infos im Internet:

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