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Mein geniales Chaos. Texte von Josef Tress

Greifswalder Strasse 4 10405 Berlin - zum Stadtplan
Donnerstag 02.09.2021 - Anfangszeit: 19:00 Uhr
Kategorie: Wissen live
Der schwäbische Dichterjurist Josef Tress (1893-1975) war im sog. Dritten Reich Leitender Fürsorger im Berliner Arbeits- und Bewahrungshaus Rummelsburg (heute Berlin-Lichtenberg). Damit war er einer der Hauptverantwortlichen in einer zentralen städtischen Repressionseinrichtung des Naziregimes. Schon vor dem Ersten Weltkrieg hatte er als Jugendlicher Gedichte in avantgardistischen Zeitschriften veröffentlicht. Sein Thema sind soziale Außenseiter. Seine Sammlung Profile – Gedichte aus dem Fürsorgeerziehungsmilieu stand 1935 auf der Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums. Nach dem Krieg versuchte er, in seiner schwäbischen Heimat eine Arbeitserziehungsanstalt neuen Formats (Breithülen) aufzubauen und scheiterte damit. Schließlich flüchtete er nach München, wo er bis zu seiner Berentung im Deutschen Jugendarchiv arbeitete. In der Lesung: Mein geniales Chaos liest Lothar Eberhardt Texte von Josef Tress: * Lyrik aus seinen 3 Gedichtbänden (Bettelkönig, Profile und Vater unser) * Auszüge aus seinen Schriften zur „Asozialenfrage“ * Aktenauszüge, in denen der wortgewaltige Anstaltsleiter über andere herzieht. Biographische Einleitung und Zwischentexte von Bernhard Bremberger Zu den Autoren: Bernhard Bremberger ist Kulturwissenschaftler. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Berliner Lokalgeschichte, Medizin, Zwangsarbeit und Strafvollzug im Nationalsozialismus. Lothar Eberhardt hat seit 1993 verschiedene Kampagnen und Initiativen zu vergessenen NS-Opfern mitinitiierte. Sein momentaner Arbeitsschwerpunkt umfasst die Geschichte der sozialen Ausgrenzung.

von: HdDM-Presse

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