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f3-Masterclass für Dokumentarfotografie

f³ – freiraum für fotografie Waldemarstraße 17 10179 Berlin - zum Stadtplan
Mittwoch 25.08.2021 bis Sonntag 29.08.2021 - Anfangszeit: 13:00 Uhr
Kategorie: Kunst
Seit dem Frühjahr 2020 arbeiteten die Teilnehmendender f3-Masterclass für Dokumentarfotografie unter der Leitung des Fotografen Andreas Herzau, an ihren individuellen, fotografischen Projekten. Intensive Diskussionen, Fragen nach einer eigenen fotografischen Handschrift, nach Bildstrategien und Präsentationsformen sowie die Reflexion aktueller fotografischer Praxis standen im Mittelpunkt der Workshoptage. Die Ergebnisse sind so vielfältig, wie die Teilnehmenden selbst und haben erst durch den gemeinsamen Diskurs zu ihrer nun präsentierten Form gefunden.

Die in dieser Ausstellung gezeigten Fotografien der F3-MASTERCLASS sind 2020/21 entstanden und durch den gemeinsamen Diskurs zu dem geworden, wie sie jetzt präsentiert werden.

Wichtige Eckpunkte unserer Überlegungen waren: Wenn wir heute über Fotografie – über Dokumentarfotografie – nachdenken, müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass das Fotografieren, wie es als Kulturtechnik im letzten Jahrhundert entwickelt wurde, sich grundlegend verändert hat. Es benötigt kein technisches Wissen oder gar Machtwissen mehr, um Bilder zu machen. Jede und jeder kann mit den Apparaten von heute ein technisch perfektes Bild produzieren.

Neben dieser Demokratisierung der Fotografie, müssen wir uns aber auch bewusst machen, dass die Welt fotografisch vermessen ist und der alte Auftrag der Fotografie, uns die Welt zu zeigen, wie sie aussieht, ins Leere läuft. Wir wissen wie die Welt aussieht. Somit hat sich die Aufgabe der Fotograf*innen gewandelt von „zeige uns wie die Welt aussieht“ zu „hilf uns die Welt durch Deine Fotografie besser oder neu zu verstehen“.

Bilder müssen etwas haben, das ich begehre: ich möchte verführt werden, sie anzuschauen. Sie sollen machen, dass ich hinsehen und in ihnen lesen will. Das setzt voraus, dass Bilder mir nicht nur Antworten geben, sondern vor allem Fragen stellen. Fragen, die mir Lust machen, mich in eine Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema zu verwickeln. Bild-Serien zu entwerfen erinnert an Kochen.

Einzelne Bilder sind zunächst nur der Rohstoff, ähnlich wie die einzelnen Zutaten für ein Gericht. Die Qualität muss stimmen, die Menge und das Zusammenspiel der Zutaten auch. Damit das Ganze am Ende aber auch lecker ist, müssen – in unserem Fall – die Bilder so aufbereitet und abgewogen werden, dass sie eine wirkliche Geschichte darstellen. Eine Geschichte, die jenseits von Sensationen etwas vielleicht Bekanntes neu erzählt.

Künstler*innen:

Uta Genilke | Ratzeburg | ugeni@web.de | genilke.myportfolio.com | @pik.dameEva Grillhösl | Berlin | die_fotograefin@yahoo.de | instagram: @evagrillhoeslRalf Henning | Berlin | henning@headers.de | ralfhenning.euJacqueline Hirscher | Luckenwalde | jhirscher@berlin.de | www.jacqueline-hirscher.deMichael Kemmer | Berlin | michael_kemmer@gmx.net | www.michaelkemmer.deRegina Kramer | Berlin | kramerregina@t-online.de | instagram: reginakramer11Jörg Meier | Iserlohn | jm@jm70.de | jm70.deKerstin Musl | Wien | kerstin.musl@gmail.com | kerstinmusl.com | instagram: kerstinmusl_foto

Leitung: Andreas Herzau | Hamburg | www.andreasherzau.de | instagram: andreasherzau

Kurztexte zu den Bildserien:

Wenn’s mal wieder länger dauert ..., 2020
Jacqueline Hirscher Diese Serie dokumentiert den Alltag einer Familie mit körperlichen Einschränkungen aus einer ungewohnten Perspektive.

Grauzone, 2020
Uta Genilke Eine Wanderung entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Ostsee und Elbe. Die Bilder erzählen subjektiv vom Grenzland, in dem sie lebt – eine Grauzone, in der nicht immer klar ist, was eigentlich gut und böse, richtig oder falsch, reich oder arm, West oder Ost ist.

Musikerin, die [ˈmuːzɪkəʁɪn], 2020
Kerstin Musl Diese Serie zeigt Musikerinnen, die, neben ihrer Musik, ihre Stimme für aktuelle Themen wie Gender-Pay-Gap, Sexismus oder Vorurteile in einer von Männern dominierten Musikbranche erheben.

Dead End Paradise, Lesbos 2016–2020
Ralf Henning Ein fotografischer Essay über Flucht und Ferien, in dem die sichtbaren Auswirkungen einer gescheiterten EU-Migrationspolitik einem nach diversen Krisen rissig gewordenen Bild eines Urlaubsparadieses gegenübergestellt werden.

In Memoriam, 2021
Michael Kemmer Die Objektserie setzt sich mit dem Thema Gedenken auseinander. Dabei werden Materialien wie ein Memory®-Spiel oder Photo Bricks verwendet, aber auch Verpackungen, die eigentlich Wegwerfartikel sind. Die Verpackungen verdeutlichen dabei den Widerspruch zwischen dem Anspruch von Denkmälern auf Ewigkeit und der Vergänglichkeit des Materials.

Wo es war, 2020
Regina Kramer Können Orte von Gewalt erzählen, wenn die Täter und Opfer nicht mehr anwesend sind? Diese Serie sucht nach einem neuen Blick auf KZ Gedenkstätten.

Urban Paintings, 2021
Eva Grillhösl Inspiriert von der impressionistischen Malerei verwandelt die Fotografin mittels Mehrfachbelichtung Szenen einer Großstadt in poetische Momentaufnahmen.

Zarte Verbindungen, 2020
Jörg Meier Eine fotografische Untersuchungen zeigt familiäre Verbindungen innerhalb geflüchteter Familien. Der intuitiv zugesprochene und oder eingenommene Platz im Bildraum eines Portraits scheint die Rolle oder Position in der Familie interpretierbar zu machen. die freigegebenen pressebilder findet ihr im anhang dieser e-mail. falls ihr noch fragen habt, erreicht ihr mich in der nächsten woche am besten mobil, da ich bis freitag auf dem land bin und keinen regelmässigen internetzugang habe.

Die Arbeiten von Ralf Henning sind in den Werkstätten von p: photography unlimited (p: berlin) entstanden.

Öffnungszeiten:

Mittwoch–Sonntag 13–19 Uhr




(Credits/Bildtitel: Eva Grillhoesl: Urban Paintings)

von: soesch

Mehr Infos im Internet:

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