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Ausstellung Iida Nikitin @Galerie Pleiku (Berlin, Di-Sa))

Eugen schönhaar strasse 6a 10407 Berlin - zum Stadtplan
Dienstag 11.01.2022 - Anfangszeit: :00 Uhr
Kategorie: Kunst
11.-29.1.2022
Iida Nikitin
Menschen sind Luft - Ohne Menschen
Di-Sa, 15-19 Uhr

Ich beobachte, wie Menschen in Ansammlungen starren oder sich hinter Masken verstecken. Ich musste Menschen aus meinen Gedanken verdrängen, während ich durch sie hindurchsah. Ich habe mir vorgestellt, dass sie nicht da wären, so als wären sie unsichtbar, wie Luft. Menschen atmen und existieren in der Luft, sie sind Kontinuitäten ihrer Körper in der Luft, dem Raum, den wir uns teilen, in dem wir uns mit anderen austauschen - wir atmen dieselbe Luft. Menschen sind mehr in der Luft, als vor einem Moment, schwebend scheinen sie ungreifbarer:
​Schwere Gedanken drücken ihre Körper auf den Boden.

Das Phänomen eines Stilllebens, in dem man am gleichen Ort verweilt, sich jedoch nicht von dem Boden löst, sich in der Luft dreht, als wäre man in Bewegung, aber dennoch still, wie Bilder von sich selbst, die ihr momentanes Wesen erklären, während die Ränder zusammenlaufen. Die Zutaten für Desaster drehen sich um einen Kreis, ein Wildtier wird heimisch, der Blick eines geliebten Haustieres: Das Tier ist gestorben, die Welt ist stehen geblieben.

Ich denke an Menschen, die sich nach einem Ausflug in die Natur sehnen, einer Flucht auf einen natürlichen Pfad, irgendwo, wo die Dinge einfach scheinen: Das Schilf flüstert, die Wasseroberfläche des Teiches zitiert, unter der Oberfläche wogt es. Die nackte, kniende Figur versteckt sich in einem Schilfbett am Wasser, um in ihrer Erfahrung der Natur zu schwelgen. Sie verändert ihre Gestalt, saugt die Umgebung in sich auf und verschwindet. Es ist tragikomisch, wenn eine dramatische Kreatur, ein Mann, der aus dem Wasser an das Ufer aufgestiegen ist, mit Tieren auftritt.


***


I have been observing how people gaze in crowds or hide behind masks. I have had to shut people out of my mind, while looking through them, imagining that they weren’t there, as if they were transparent like air. People breathe and exist in the air, they are continuities of their bodies in the air, the space we share, in which we mix with others - we breathe the same air. People are more in the air than a moment ago, floating, they seem more intangible: heavy minds weighing their bodies against the ground.

The phenomena of a still life, where one stays in place but doesn’t detach itself from the ground,
rotating in the air, as if in motion but still static, like images of themselves, declaring their momentary essence while the edges are converging. The ingredients of a disaster revolving around a circle, a wild animal becomes domesticated, the gaze of a beloved pet: the pet died, the world stopped.

I am thinking of people who are longing for a trip to nature, an escape to a nature trail, somewhere where things seem simple: the reeds whisper, the surface of the pond vibrates, beneath the surface it surges. The naked kneeling figure hides in a bed of reeds by the water, to wallow his experience of nature. It changes its shape, absorbs the environment and disappears. It’s tragicomic, when a dramatic creature, a man who has risen from the water to the shore,
​performs with animals.


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von: Galerie Pleiku

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