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The Language Of Terror Is Terror Itself [...]

Müllerstr. 146-147 146-147 13353 Berlin - zum Stadtplan
Einschränkung: freier Eintritt, barrierefrei
Donnerstag 12.09.2019 bis Samstag 26.10.2019 - Anfangszeit: 19:00 Uhr
Kategorie: Kunst
Eine Ausstellung von Peter Voss-Knude kuratiert von Solvej Helweg Ovesen. Im Rahmen des Ausstellungsprogrammes SoS (Soft Solidarity), konzipiert von Nataša Ilić und Solvej Helweg Ovesen.

„Mir haben persönliche Diskurse in denen die Wir-und-die-Anderen-Rhetorik jede Art von Fortschritt in der Auseinandersetzung im Keim erstickte, zunehmend Angst gemacht. Ich stellte fest, dass der Preis, den ich für einen Lösungsansatz zahlen musste, darin bestand, mich und mein Studio innerhalb des Körpers zu positionieren, dem ich eigentlich kritisch gegenüberstand – dem Militär“, erklärt der dänische Künstler Peter Voss-Knude. In Zusammenarbeit mit dem dänischen Militär lernte er Soldaten persönlich kennen, die ichm ihre Geschichten anvertrauten. Später vertonte er diese Erzählungen zu musikalischen Kompositionen (»Peter and the Danish Defense, 2017«). Die beiden Platten drehen sich um die Frage der Wechselseitigkeit in der Sprache: Ist es uns möglich, etwas zu verstehen, das wir nicht selbst erlebt haben?

Im Zuge seiner Recherche erhielt Voss-Knude exklusiven Zugang zu einem Dokument namens »KRISØV17« (»Crisis Exercise 2017«), welches einen fiktiven Terror Anschlag in Dänemark beschreibt. Die Arbeiten der Ausstellung wurden als Reaktion darauf eigens für diese Ausstellung entwickelt; viele davon sind als Text Fragmente im Ausstellungsraum verteilt. Der Künstler schlägt vor, dass das Auffinden dieses Dokuments sowie die Weise, in der wir über Terror sprechen, diesen auch forciert. Die drei Sprachen des Terrors, die er in der Ausstellung kritisiert sind die Sprache der Medien, die architektonischen Barrikaden sowie vorurteils-behaftete Vorstellungen wie »KRISØV17«.

Kernstück ist ein bombastischer 1,1 Tonnen schwerer Rosenquarz, den der Künstler vor der Galerie platziert hat. Rosenquarz ist ein Material, dem bekanntlich heilende Kräfte zugeschrieben werden. Mit dieser Geste schlägt der Künstler Parallelen zwischen den Methoden des Geschichtenerzählens der Sicherheitsbehörden und denen einer Hellseherin vor, die in die Zukunft schaut. Lässt sich die Logik von Mauern und Barrikaden aushebeln, indem man einen schweren Kristall auf einem öffentlichen Platz aufstellt? Das Vorstellbare mit dem Realen verbindend, fragt die Skulptur, ob Widerstand zum Terror generierten Hass in den Sprachen der Achtsamkeit gefunden werden kann.

Mit dieser Ausstellung im Rahmen von SoS (Soft Solidarity) in der Galerie Wedding möchten wir alternative Lösungsansätze aufzeigen die sich gegen die gegenwärtigen militärischen und medialen Abwehrmechanismen in Diskussionen um Terror Konflikte positionieren. Wie können wir vermeiden, Bilder einer Wir-und-die-anderen-Rhetorik sowie Orte der Angst zu erzeugen, indem wir auf andere Art und Weise auf Terrorkonflikte reagieren?

Der Künstler dankt the Danish Emergency Management und Rasmus Dahlberg (Autor von
KRISØV17) für die Zusammenarbeit, den Künstler*innen CAConrad, Joekim Wei Beinild, Heiki
Eero Riipinen und den Teilnehmer*innen des Workshops Nisha Bhakoo, Kasper Skovsbøl, Kathrin Pohlmann, Özlem Ögütcü, Zara Palmquist, Andre Mulzer.

Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Fonds für
Ausstellungsvergütungen und Ausstellungsfonds für Kommunale Galerien sowie dem Metzger
Research Fund.

von: Galerie Wedding

Mehr Infos im Internet:

Bilder aus Berlin

 
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