Vortragsreihe "Denkmal dienstags" 2013 auf der Zitadelle Spandau

Am Juliusturm 64 13599 Berlin - zum Stadtplan
Einschränkung: Anmeldung wird empfohlen.
Jeden Dienstag - Anfangszeit: :00 Uhr
Kategorie: Wissen live
Ab 2014 lädt ein neues Museum auf der Zitadelle Spandau mit der Ausstellung »Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler« zu einem historischen Rundgang durch die Denkmallandschaft ein.



Im ehemaligen Proviantmagazin werden Berliner Denkmaler, die einst das Stadtbild pragten und nach politischen Umbrüchen entfernt wurden, zu sehen sein. Die Spuren der Zerstörung, Vernachlassigung, Pflege und Erhaltung erzahlen vom Wandel ihrer Bedeutung und von deutscher Geschichte. Eine Ausstellung im Erdgeschoss der ehemaligen Kaserne wird begleitend für ein Jahr die wechselvolle Geschichte der Denkmäler und die der politischen Denkmalkonzepte nachzeichnen.



Das Projekt wird mit Mitteln des Europaischen Fonds für regionale Entwicklung und der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin gefördert.







Im Vorfeld der Eröffnung findet ein umfangreiches Begleitprogramm statt. Die Fortsetzung der 2010 gestarteten Vortragsreihe »Denkmal dienstags« widmet sich 2013 einerseits dem Themenjahr »Zerstörte Vielfalt« und damit Denkmälern, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern.


Andererseits stehen Denkmäler im Fokus, die nach den Befreiungskriegen vor 200 Jahren errichtet wurden.


Ein Vortrag verweist bereits auf das kommende Jahr, in dem sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100sten Mal jährt.






Sie sind herzlich eingeladen!





Informationen zu weiteren Veranstaltungen finden Sie unter www.enthuellt-berlin.de










16. April 2013, 19 Uhr



»Von Generälen und Anderen Sachen« – oder: Wie gehen wir mit Geschichte um?



Prof. Dr. Helmut Engel, Landeskonservator a.D. und Honorarprofessor







Nach den »Befreiungskriegen« (1813–1815) wurde die Straße zwischen dem Lustgarten und der heutigen Humboldt-Universität zur »Via triumphalis« entwickelt. Das Denkmalprogramm dieses Geschichtsortes hat als »einzigartiges« Dokument bis heute Eingriffe erfahren. Insbesondere der Streit um die Wiederaufstellung der beiden Generalsstandbilder vor der Neuen Wache wirft dabei die Frage nach dem Umgang mit Geschichte auf: »Dürfen deren Dokumente beliebig manipuliert werden?«











30. April 2013, 19 Uhr



»Wer spricht von Siegen?« Berliner Gefallenendenkmäler der Weimarer Republik



Christoph Bongert M. A., Philosophie und Neuere Geschichte







Nach Weltkrieg und Revolution bewegte die (Über-)Lebenden die Frage, wie sich der Toten und der Art ihres Todes gedenken lasse. In Frage stand nicht allein die Form- und Sinngebung von Denkmälern unter den nun herrschenden politischen Bedingungen, sondern die Denkmalsfähigkeit der jüngst vergangenen Ereignisse überhaupt. Anhand von ausgewählten Kriegerdenkmälern sollen die zeitgenössischen, in je eigener Weise »polemischen« Antworten vorgestellt werden.











10. September 2013, 19 Uhr



Das geplante »T4«-Denkmal



Prof. Dr. Andreas Nachama,Geschäftsführer der Stiftung »Topografie des Terrors«







In der Tiergartenstraße 4 befand sich ab September 1939 die unter dem Tarnnamen »T4« bezeichnete Zentrale für den NS-Mord an Patienten. An diese Stelle wurde 1988 die Skulptur »Berlin Junction« von Richard Serra transloziert und den Opfern dieser Mordaktionen gewidmet. Engagierte Berliner Bürger und Bürgerinnen hatten schon viele Jahre ein speziell für diesen Ort gestaltetes Mahnmal gefordert. 1989 wurde zunächst eine eigens gestaltete Gedenkplatte im Boden realisiert. Erst 2012 bewegte die Arbeit eines Runden Tisches den Bund und das Land Berlin dazu, eine Ausschreibung für ein Denkmal zu veranlassen. Diese Prozesse sowie der Entwurf der Architekten werden kommentiert und Perspektiven für den weiteren Umgang mit dem Thema aufgezeigt.










24. September 2013, 19 Uhr



Denkmäler in Erinnerung an den Nationalsozialismus in West-Berlin



Anna v. Arnim-Rosenthal M. A., Politik- und Kulturwissenschaftlerin







Die pauschale Widmung »Den Opfern des Nationalsozialismus« findet sich im West-Berlin der 1950er Jahre vielfach. Sie zeugt von der bis dahin nur wenig differenzierten Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und ihrer fehlenden Verankerung im kulturellen Gedächtnis. Erst Ende der 1970er Jahre weitet sich das Spektrum der Initiatoren aus und die Widmungsgruppen werden konkret. Zehn Jahre später werden nicht nur die historischen Orte wiederentdeckt, viele Denkmäler in der Stadt erinnern nun auch an die Verfolgung der Juden – plötzlich ist von einem »Denkmalboom« die Rede.











15.Oktober 2013, 19 Uhr



Was soll sichtbar gemacht werden?



Die Restaurierung des Luisendenkmals im Großen Tiergarten



Eckhart Böhm M. A., Bildhauer & Dipl.-Restaurator (FH), Geschäftsführer der BMP Konservierung und Restaurierung GmbH







Verwitterung und Krieg haben dem Luisendenkmal im Großen Tiergarten viel von seinem einstigen Glanz und seiner narrativen Qualität genommen. Mit der gerade abgeschlossenen Restaurierung des 1880 von Berliner Bürgern gestifteten Denkmals soll auch wieder etwas vom Kult um die beliebte Königin spürbar werden. Doch wie weit kann eine Wiederherstellung der ursprünglichen Gestaltwerte gehen, ohne andere bedeutende Zeitschichten auszublenden?



Das von Erdmann von Encke geschaffene Denkmal der Königin Luise verlangt nach einem Bewahrungskonzept, das sowohl das Dokument als auch das Monument zum Gegenstand hat, gleichermaßen von der Substanz wie von der Essenz ausgehend.











Veranstaltungsort: Zitadelle, Italienische Hofe



Am Juliusturm 64, 13599 Berlin







Anmeldung und Information:Aufgrund der begrenzten Anzahl der Sitzplätze wird eine Anmeldung empfohlen.






info@enthuellt-berlin.de



www.enthuellt-berlin.de



Tel. 030/354 944 300



von: Denkmal-Dienstag

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