Die Ausstellung ruft eine Berliner Fotografin ins Gedachtnis, die zu unrecht aus dem Blick der Offentlichkeit verschwunden ist. Als Schülerin der »Werkstatt für Fotografie« gehorte sie zur ersten Generation der auf Autonomie bedachten Autorenfotografen. Ihre erste geschlossene Serie zeigte die Vegetation in der Stadt. 1980 fotografierte sie die jugendliche Szene im Café Mitropa in der Goltzstraße, heute das Café M. Aus ihrer Begegnung mit dem Berliner Fotografen Karl-Ludwig Lange resultierte 1983 eine Serie mit Blicken aus der Stadtbahn innerhalb des Westberliner Streckennetzes. Berührt vom Eingesperrtsein exotischer Tiere fotografierte sie anschließend in Berlin und andernorts in den Zoologischen Garten. 1987 folgte eine Portratserie mit Reprasentanten aus den verschiedensten Berliner Verwaltungsbereichen, die das Individuelle wie das Stereotype hervorhebt. Mit der gleichen Intensitat beschaftigte sie sich danach mit den Menschen und ihren Tatigkeiten in den KPM-Werkstatten. Schließlich zeigt die Ausstellung Ansichten der Mauer, die Hildegard Ochse in den Monaten nach deren Fall fotografiert hat. Obwohl dem Dokumentieren verpflichtet, hat sie nie allein die Oberflachen fotografiert, sondern immer auch das, was sich wesentlich hinter dem primar Sichtbaren verbirgt. Das macht ihre Fotografien durchgehend zu Bild gewordenen Metaphern.
Die über 180 ausgestellten Vintage-Fotografien stammen aus dem von ihrem Sohn Benjamin Ochse betreuten Nachlass. Die Einzelausstellung wurde von dem Berliner Fotohistoriker Dr. Enno Kaufhold
kuratiert.
www.hildegard-ochse.de
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