Do Kunstbetrachtung mit Cocktailbar bis 2 Uhr nachts
Für den marokkanischen Künstler Yassine Balbzioui ahnelt eine Kunstausstellung einer Parade auf der Straße: die TeilnehmerInnen prasentieren sich dem Publikum doch gleichzeitig verstecken sie ihr wahres Ich, spielen eine Rolle, tragen Kostüme und/oder Masken und verschwinden als Individuum in der Gruppe.
Dies gilt auch für die Figuren in Balbziouis Arbeiten. Ihre Gesichter sind hinter Plastiktüten, Pinselstrichen, den eigenen Handen oder tierisch anmutende Masken versteckt. Durch das Nichtvorhandensein eines menschlichen Gesichtes werden Balbziouis Arbeiten zu Spiegeln - der/die BetrachterIn kann kein Gesicht sehen und wird gezwungen, sich auf sich selbst zu besinnen. Balbziouis Arbeiten drücken eine Dialektik von -zzeigen- und -znicht-zeigen- aus, welche das Publikum auffordert zu entscheiden, wie sie das, was sie sehen interpretieren sollen und gleichzeitig die eigene Selbstprasentation zu hinterfragen. Die Verhüllungen von Balbziouis Figuren erscheinen oft grotesk oder absurd - doch für den Künstler ist Komik ein Weg, sich vom gangigen Korper zu losen.
Balbziouis Biografie ist durch ein standiges -zDortsein- und -zHiersein- gepragt und in seinen Arbeiten verarbeitet er die Eindrücke und Erfahrungen seiner zahlreichen Reisen. Der Künstler sieht sich als Nomade und ist ungern langer als sechs Monate an einem Ort. So wichtig es ist, stets mit seiner Umgebung in Kontakt zu sein, so sehr benotigt er nach einer gewissen Zeit neue Eindrücke.
Die Werkserien, die Yassine Balbzioui in der Ausstellung -zPARADE- prasentiert, erzahlen jedoch nicht unbedingt Geschichten seiner Reisen oder seines Lebens. Vielmehr mochte der Künstler das Publikum dazu bringen, sich in Anbetracht seiner Arbeiten eigene Geschichten auszudenken und eigene Interpretationen zu formulieren. Er prasentiert die Versatzstücke für eine Geschichte, aber er schreibt diese nicht selbst.