Deutsche Inschriften an Häusern, zurückgelassene Bücher, eine Zuckerdose auf dem Küchentisch: Für Leszek Koczanowicz gehörten die Spuren der früheren Bewohner Niederschlesiens zum Alltag seiner Kindheit. Er wuchs in Legnica (deutsch: Liegnitz) auf, wo Menschen nach Krieg, Grenzverschiebung und Vertreibung ein neues Leben begannen. Die deutsche Vergangenheit blieb in den Dingen sichtbar. Über die Erlebnisse der Neuangekommenen wurde dagegen oft geschwiegen.Wie wächst man in einer solchen Umgebung auf? Was bedeutet es, in den Häusern anderer zu leben? Und wann wird ein fremder Ort zum Zuhause?Im Gespräch mit der Schriftstellerin Karolina Kuszyk verbindet der Philosoph und Kulturwissenschaftler seine Erinnerungen mit einem Blick auf die Geschichte der Region. Dabei geht es um Hauntologie: die Frage, wie eine scheinbar vergangene Welt unseren Alltag und unser Denken weiter prägt.
PROGRAMM
Begrüßung
Katarzyna Sitko, Direktorin, Polnisches Institut Berlin
Dr. Roland Borchers, Direktor, Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung (Berlin)
Gespräch
Prof. Dr. Leszek Koczanowicz, Philosoph und Kulturwissenschaftler, SWPS Universtität (Warschau)
Karolina Kuszyk, Autorin (Berlin)
WEITERE HINWEISE Einlass: 18.00 Uhr Sprache: Polnisch, Simultanübersetzung ins Deutsche Ort: Polnisches Institut Berlin, Burgstraße 27, 10178 Berlin
EINTRITT FREI OHNE ANMELDUNG
Eine Veranstaltung im Rahmen der Sonderausstellung „OSTGEBIETE / ZIEMIE ZACHODNIE. Eine deutsch-polnische Spurensuche."
Eine Veranstaltung von: Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung · Polnisches Institut Berlin