Visual Diary (Visuelles Tagebuch) ist eine fortlaufend lebendige Fotoserie, deren zufällige Aufnahmen den Unterschied zwischen oberflächlichem Hinsehen und fokussiertem Sehen ausdrücken. Mein Bestreben ist es herauszufinden, ob der wahrnehmende Blick eine angeborene Eigenschaft oder eine Fähigkeit ist, die sich durch Übung entwickelt. Im Einklang mit der japanischen Wabi-Sabi-Ästhetik visualisiere ich die Schönheit alltäglicher Dinge wie Einfachheit, Unvollkommenheit und Vergänglichkeit in unserem täglichen Leben. Sehen erfordert die Fähigkeit innezuhalten und die Sinne zu sensibilisieren. Der entscheidende Moment ist oft kurz oder subtil zu erkennen, wenn man keinen offenen und empfänglichen Geist hat.
Meine Fotografien sind Tagebucheinträge ohne Text. Die Interpretation basiert auf der eigenen inneren Erfahrungswelt des Betrachters. Sie sind Räume, in denen Licht, Zeit und Emotionen sich zu Geschichten verflechten, in denen der Zufall eine zentrale Rolle spielt. Die Motive finden sich meist in meinem eigenen Zuhause oder meiner Umgebung. Ein leicht surrealer Eindruck ist eine bewusste Wahl. Die flüchtigen Lichter, Schatten und Reflexionen werden durch das Auge der Kamera in einer Form festgehalten, die zu einer genaueren Betrachtung anregt. Die Kamera ist auch ein digitales Skizzenbuch und eine Inspirationsquelle für meine Gemälde.
Sari Raikaslehto (1963) ist eine Meisterin der Kultur und Kunst und eine Keramikerin, die derzeit in Tornio lebt. Sie arbeitete über zehn Jahre als Lehrerin in den Kunst- und Keramikgruppen des Erwachsenenbildungszentrums Tornio, bevor sie 2021 hauptberuflich bildende Künstlerin wurde. Raikaslehto arbeitet derzeit in den Bereichen Fotografie und Malerei und visualisiert in ihrem originellen Stil alltägliche Dinge und in der Erinnerung festgehaltene Momente.
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Visual Diary is a continually living photographic series, whose incidental shots express the difference between superficial looking and focused seeing. My aspiration is to find out whether the perceptive gaze is an innate feature or a skill that develops through practice. In accordance with the Japanese wabi-sabi aesthetic, I visualize the beauty of everyday things such as simplicity, imperfection, and transience in our everyday lives. Seeing requires the ability to stop and sensitize the senses. The decisive moment is often short or subtle to detect without an open and receptive mind.
My photographs are diary entries without text. The interpretation is based on the viewer's own inner world of experience. They are spaces where light, time and emotion intertwine to form stories in which chance plays a central role. Subjects are most often found in my own home or surroundings. Slightly surreal impression is a conscious choice. The fleeting lights, shadows and reflections are captured through the camera’s eye in a form that entices for closer inspection. The camera is also a digital sketchbook and a source of inspiration for my paintings.
Sari Raikaslehto (1963) is a Master of Culture and Arts and a potter who is currently living in Tornio. She worked as a teacher in the art and ceramics groups at Tornio Adult Education Centre for over ten years before becoming a full-time visual artist in 2021. Raikaslehto currently works in photography and painting, visualizing everyday things and moments recorded in memory in her original style.