Dokumentation von Nina Gladitz, 1982, 60 min., de) und Gespräch mit Petra Rosenberg
Zum 90. Jahrestag der Verschleppung der Berliner Sinti*zze und Romn*ja in das Zwangslager Marzahn. Zeugnisse überlebender Sinti*zze und Romn*ja aus den NS-Zwangslagern, der Selektion von Häftlingen zum Riefenstahl-Film „Tiefland“, ihrer Erinnerungen, der Politik der Nachkriegszeit und der verhinderten Aufarbeitung.
Im Mai 1936 wurde in Berlin das NS-Zwangslager Marzahn eingerichtet. Die langgehegten antiziganistischen Pläne des „Rassenpolitischen Amtes“ der NSDAP wurden damit kurz vor der Eröffnung der Olympischen Spiele umgesetzt, dann wenig später wurden hunderte Berliner Sinti*zze und Romn*ja von den Nazis verfolgt und in das Lager verbracht. Das nationalsozialistische Deutschland schmückte sich 1936 vor der ganzen Welt mit der Austragung der Olympischen Spiele, ihre Inszenierung machten die NS-Filmregisseurin Riefenstahl weltberühmt.
Die Dokumentarfilmerin Nina Gladitz filmte 1982 eine Serie von Interviews u.a. mit Josef Reinhardt, einem der wenigen Überlenden, der vom Lager berichtete und davon, dass die NS-Regisseurin eigens Statist*innen für einen ihrer Filme aus den „Roma-Lagern“ selektierte. Gladitz begleitet Reinhardt auf seiner Spurensuche und beobachtet, wie seine Konfrontationen abgeblockt werden. Nach der Veröffentlichung von Riefenstahl verklagt, verschwand die Doku im „Giftschrank“.
Wir zeigen dieses wichtige Zeugnis und laden herzlich dazu ein! Nach dem Film wird es ein Gespräch mit der Leiterin der Gedenkstätte Zwangslager Marzahn, Petra Rosenberg, geben.
— Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen —