In der späten DDR waren Theater eine Art Ersatzöffentlichkeit und boten Raum für intellektuelles Aufbegehren. Zugleich erfolgten harsche Eingriffe durch Partei und Staatssicherheit in den Spielbetrieb. Im Jahr 1989 verwob sich das Geschehen auf den Bühnen mit der Unruhe im Land: Mit der Erklärung „Wir treten aus unseren Rollen heraus“ unterstützten Theaterangehörige die Friedliche Revolution.
Dr. Jutta Braun, Abteilungsleiterin am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), zeichnet in ihrem Vortrag anhand einiger berühmt gewordener Aufführungen das Engagement der Theaterschaffenden nach, das schließlich in die Demonstration am 4. November 1989 in Berlin mündete. Nach dem Vortrag (etwa 45 min) wird Zeit für Fragen und Diskussion sein. Dazu werden passende Dokumente aus dem Bundesarchiv gezeigt.
Vor der Veranstaltung wird eine einstündige öffentliche Führung durch das Bundesarchiv angeboten, um Interessierten die Liegenschaft, ihre Ausstellungen, die Benutzungsmöglichkeiten und den professionellen Umgang mit historischen Quellen im Archiv nahezubringen (Beginn: 16:45 Uhr).