im Rahmen der Eröffnung des Underground „Circus Potoo“ von Enjo Flint Mit „Unusual Visions“ präsentiert sich ein Querschnitt der Berliner Underground-Kunstszene – kompromisslos, eigenwillig und jenseits des Mainstreams. Die kuratierte Ausstellung vereint Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten nicht gefällig sein wollen, sondern Haltung zeigen. Im atmosphärischen Gewölbekeller der Gidak (Straßburger Straße 53, 10405 Berlin) steht die Kunst im Mittelpunkt – nicht der Kommerz. Alexander Platz zeigt großformatige fotografische Inszenierungen von faszinierender Schönheit, deren melancholische Bildsprache lange nachwirkt. Harald Johannson präsentiert eine vierteilige Serie, in der Bewegung, düsteres Bodypainting und eine intensive Atmosphäre zu einer eindringlichen Erzählung verschmelzen. Mit schmerzhaften Selbstinszenierungen richtet Lyden einen kritischen Blick auf gesellschaftliche Themen und persönliche Verletzlichkeit. Die Berliner Fotografin Aurora Spatola, bekannt aus der Fetish- und Fashion-Szene sowie durch ihre Arbeiten für Code of Berlin, zeigt drei eindrucksvolle Werke mit unverwechselbarer fotografischer Handschrift. Der Bildhauer und Gründer der Pandora Art Gallery Guinchi Sarmiento präsentiert eine morbide Skulptur einer im Rollstuhl sitzenden Figur. Andreas Merfort zeigt elektronisch animierte Skulpturen, Readymades und Objekte, die existenzielle Grenzerfahrungen und gesellschaftliche Zustände thematisieren. Der Fotograf Eckhard Joite dokumentiert seit Jahren die Kreuzberger Punkszene im „Trinkteufel“. Seine kontrastreichen Schwarzweiß-Fotografien erzählen von Freiheit, Exzess und der Lebensfreude einer Subkultur. Der in Pinnow (Uckermark) lebende Künstler René Benjowski widmet sich in seinen Fotografien der philosophischen Dimension des Menschseins. Andreas Maria Kahn zeigt großformatige Fotografien, die speziell für das kathedralenartige Gewölbe ausgewählt wurden und eine sakrale Bildwirkung entfalten. Ergänzt wird die Präsentation durch eine Auswahl seiner Objektkunst und Readymades – zwischen klassischer Aktfotografie und skurriler Inszenierung. Alle beteiligten Künstlerinnen und Künstler sind seit vielen Jahren aktiv und prägen mit ihren Arbeiten die Berliner Underground-Kunstszene.
Vernissage: 19. September, 15 Uhr Die Künstlerinnen und Künstler sind anwesend. Ausstellung: UNUSUAL VISIONS 17.–20. September | täglich 14–19 Uhr /Eintritt frei