Das Bundesarchiv bietet am 12.11.2026 um 16:45 Uhr eine öffentliche Führung durch seine Dienststelle in der Finckensteinallee in Berlin-Lichterfelde an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Entdecken Sie die bewegte Geschichte des Geländes an der Finckensteinallee! 1873 als Preußische Hauptkadettenanstalt errichtet, wurden die Gebäude in der Weimarer Republik als Gymnasium zivil genutzt. In der NS-Zeit bezog die Leibstandarte Adolf Hitler 1933 hier Quartier, ihre architektonischen Spuren sind bis heute sichtbar. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges nutzte dann die US-Armee das Gelände unter dem Namen „Andrew Barracks“, bis nach dem Abzug der Amerikaner im September 1994 das Bundesarchiv die Liegenschaft übernahm.
Heute befindet sich hier das 2021 in Betrieb genommene Benutzungszentrum mit über 100 Arbeitsplätzen für die Benutzung von Schriftgut, Karten, Plänen sowie audiovisuellen Medien in analoger Form. Zu den in Lichterfelde verwahrten Beständen zählen die zivilen zentralen staatlichen Unterlagen sowohl aus der Zeit des Deutschen Reiches (bis 1945) als auch der DDR (mit Ausnahme der Stasi-Unterlagen). Zudem sind die Archivabteilungen Audiovisuelle Medien (früher: Filmarchiv) und B (für Bundesrepublik) hier vertreten. Neben der Einsichtnahme in historische Unterlagen lädt das Bundesarchiv mit Ausstellungen, Filmvorführungen und Vortragsveranstaltungen zum Besuch ein.
So sind alle Gäste im Anschluss an die etwa einstündige Führung herzlich eingeladen, um 18 Uhr an der Vortragsveranstaltung der SAPMO unter dem Titel „Von der Bühne auf die Straße. Theater in der späten DDR“ teilzunehmen. Dr. Jutta Braun, Abteilungsleiterin am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), zeichnet in ihrem Vortrag anhand einiger berühmt gewordener Aufführungen das Engagement der Theaterschaffenden nach, das schließlich in die Demonstration am 4. November 1989 in Berlin mündete.