Ende der 1920er Jahre entsteht im Osten Berlins ein Ort, der wie kaum ein anderer für das Versprechen moderner Massenkultur steht: die „Plaza“ am damaligen Küstriner Platz, dem heutigen Franz-Mehring-Platz. Eröffnet 1929 bietet das Varieté Platz für rund 3000 Menschen. Ihr Programm richtet sich ausdrücklich an ein breites, auch proletarisches Publikum. Das Varieté Plaza ist damit Ausdruck der späten Weimarer Republik, denn mit ihm sollte das Versprechen einer Teilhabe an Kultur und Vergnügen über soziale Grenzen hinweg eingelöst werden.
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 setzte diesem Versprechen ein Ende. Die jüdischen Eigentümer:innen werden enteignet, das Theater schließlich in die Strukturen der NS-Freizeitorganisationen integriert. Im Zweiten Weltkrieg wird das Gebäude zerstört. Der massive Bühnenturm galt im wahnhaften „Kampf um Berlin“ 1945 als militärisch wichtig. Der Abriss erfolgt 1952. An seine Stelle wird das heutige FMP1 gebaut.
In ihrem Vortrag zeichnet Dr. Johanna Niedbalski die kurze, zugleich wechselvolle Geschichte des Theaters Plaza nach und zeigt, wie sich seine Nutzung in die Vergnügungsgesellschaft jener Jahre einfügt.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Buchpräsentation zur Geschichte des Platzes statt. Weitere Veranstaltungen sind hier zu finden.
Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten:
https://pretix.eu/Muenzenberg/plaza/