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Urban Witches Not Bitches IV: Interbeing (Mo-Sa 12-20 Uhr)

Rosenthaler Str. 39 10178 Berlin - zum Stadtplan
Einschränkung: Eröffnung um 18 Uhr, Laufzeit: 19.09.-10.10.2026, Mo-Sa 12-20 Uhr
Samstag 19.09.2026 bis Samstag 10.10.2026 - Anfangszeit: 18:00 Uhr
Kategorie: Kunst
Die vierte Ausgabe der Ausstellungsreihe Urban Witches Not Bitches versammelt ein transnationales Netzwerk von Künstler*innen aus den Bereichen Performance, Sound, Installation, Fotografie, Video, Skulptur und sozialer Intervention. Im Zentrum steht das Konzept des Interbeing – des „Zwischen-Seins“ oder „Miteinander-Seins“. Ausgangspunkt ist die Vorstellung, dass nichts für sich allein existiert, sondern Formen, Körper, Stimmen und Bedeutungen erst durch ihre Beziehungen zueinander entstehen. Leere wird dabei nicht als Abwesenheit verstanden, sondern als etwas Materielles.

Die Ausstellung richtet die Aufmerksamkeit auf Frequenzen unterhalb der Sprache, auf Wiederholung, Atem, elementare Gesten und zyklische Zeit. Kunst erscheint als Beschwörung und als Prozess – etwas, das sich wie Rauch durch die Luft oder wie Klang durch den Körper bewegt. Die gezeigten Arbeiten beschäftigen sich mit Wiederholung, Dauer, Atem und zyklischen Zeitlichkeiten. Sie verschieben damit den Fokus vom abgeschlossenen Werk hin zu fortlaufenden Prozessen der Entstehung. Statt stabile oder endgültige Formen hervorzubringen, bleiben sie offen und reagieren auf ihre jeweiligen Bedingungen – einschließlich der Anwesenheit der Betrachter*innen.

Gleichzeitig ist Interbeing in einer politisch aufgeladenen Gegenwart verortet. Die Ausstellung schafft Raum für künstlerische Praktiken, die sich mit Formen des Schweigens – sowohl auferlegtem als auch selbst gewähltem – sowie mit den Bedingungen von Abwesenheit, Auslöschung und Unsichtbarkeit auseinandersetzen. In einer Gegenwart, die von anhaltender Gewalt und Genozid geprägt ist, richtet sie den Blick auf das, was unausgesprochen und ungehört bleibt oder bewusst unsichtbar gemacht wird. Die Arbeiten bilden diese Zustände nicht unmittelbar ab, sondern machen ihre Auswirkungen in Leerstellen, Unterbrechungen, Rückzügen und fragilen Ausdrucksformen erfahrbar.

Interbeing bietet einen Rahmen, um über Koexistenz nachzudenken: darüber, wie Formen, Körper und Stimmen durch Beziehungen entstehen und wie Bedeutung unter instabilen, gemeinsam geteilten Bedingungen immer wieder neu ausgehandelt wird. Dabei arbeiten die beteiligten Künstler*innen aus unterschiedlichen geografischen, kulturellen und politischen Kontexten heraus. Die unterschiedlichen Positionen bilden keine homogene Gruppe, sondern eine Konstellation eigenständiger Stimmen. Gemeinsam kreisen sie um die zentrale Frage der Ausstellung: Was bedeutet es, miteinander zu sein – to inter-be?Verbunden sind sie durch ein Verständnis von Kunst als lebendigem, relationalem Prozess, der sich festen Bedeutungen entzieht und auf seine jeweiligen Bedingungen reagiert.

Urban Witches Not Bitches IV: Interbeing versammelt damit künstlerische Praktiken, die sich über Wahrnehmung, Ritual, Körper, Erinnerung, Ökologie, Widerstand und dekoloniale Perspektiven annähern. Durch Leerstellen, Unterbrechungen und fragile Ausdrucksformen zeichnet die Ausstellung die Auswirkungen von Schweigen, Auslöschung und Koexistenz nach – nicht als abgeschlossene Erzählung, sondern als Einladung, Beziehungen, Abhängigkeiten und gemeinsam geteilte Bedingungen in einer Zeit fortdauernder Krisen neu zu denken.

Künstler*innen
Yunuen Rhi, Wer Da, Viviana Druga, Veslemøy Rustad Holseter, Sophie Soni, Nischal Khadka, Nora Cristea, Nia Pushkarova, Moran Sanderovich, Lady Gaby, Polańska Laura, Kimberly Gray Ennis, Ionee Waterhouse, HYENAZ, Han Bing, GRANDMAS, Darina Alster, Camille Lacadée, Carolin Langner & Stefanie Walk, Berglind Ágústsdóttir, Andrea Ludovic und Alina Tofan
Text und Kuration: Viviana Druga

von: vf

Bilder aus Berlin