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„Jetzt ist Sense!“ - Eine Salonreihe über den Tod - Literatur, Musik, Gespräche & Informationen

Winsstraße 12 10405 Berlin - zum Stadtplan
Donnerstag 21.05.2026 - Anfangszeit: 19:30 Uhr
Kategorie: Leute treffen
Die erfolgreiche Salonreihe setzt sich nach der ersten ausgebuchten Veranstaltung fort. Wir wollen möglichst heiter und selbstbestimmt leben und ebenso sterben. „Jetzt ist Sense!“ bricht das Schweigen. Vorher denken wir zu wenig über unser Bedürfnis nach Abschied nach. Je mehr wir uns damit beschäftigen, desto kostbarer wird es einen Plan für den Notfall, den individuellen Abschied zu haben. Denn je freier wir damit umgehen, desto leichter wird es. Wir lassen den Tod in unser Leben. Das Theater ist irgendwann zu Ende. Deswegen müssen wir uns mit den verschiedenen Zugängen zum Lebensende beschäftigen und dabei weder Humor noch Leichtigkeit zu kurz kommen lassen.
Wir feiern die letzte aller Partys. Schauen hin und teilen Wissen statt Angst. Ein vielstimmiges Rahmenprogramm aus Literatur, Musik, Gesprächen und Informationen bringt neue Perspektiven. Gestaltet von verschiedenartigen Berliner Frauen. Also: Kommt vorbei! Redet mit! Lebt los! Es gilt die Vielfalt der Gesellschaft zusammenzubringen und Begegnungsorte zu schaffen. Und schon jetzt steht fest, die Steuererklärung vom Vorjahr muss gemacht werden, darauf verzichtet das Finanzamt nicht, auch nicht, wenn man verstorben ist...
Die sechsteilige Salonreihe „Jetzt ist Sense!“ (Ein vergnügt-vielfältiger Abend über die Endlichkeit) gab ihren Auftakt bei vollem Haus und begeistertem Publikum im April. Nun geht es weiter mit der zweiten Veranstaltung und wechselnder Besetzung am Donnerstag, den 21. Mai 2026, 19.30 Uhr, im La Bohème (Winsstr. 12, 10405 Berlin – Prenzlauer Berg). Der Eintritt ist frei, wegen der begrenzten Platzkapazität wird um vorherige Anmeldung gebeten (Telefon: 030 48 62 30 10).
Als Kuratorin der Reihe fungiert Frau zu Kappenstein. Veranstalter des Events ist der Freundeskreis Tina Modotti Archiv e.V., ein gemeinnütziger Verein. Gedankt wird der LOTTO-Stiftung Berlin für die Unterstützung. Zum zweiten Talk mit Musik & Lesung „Jetzt ist Sense“ treten auf: Sigrid Grajek (Moderation), Die Raven & Der Augustin (spielen ein paar Lieder zum Thema Tod und Leben) und die Autorinnen Astrid Ann Jabusch, Frau zu Kappenstein, Andrea Maluga sowie Heidi Rühlmann. Mit dabei auch Ulla Rose: Sterben – Begleitung von Sterbenden – Letzte-Hilfe-Kurse mit Humor – geht das? Zur Salonreihe ist die Anthologie „Schluss! Aus! Sense!“ im Geest Verlag erschienen, herausgegeben von Frau zu Kappenstein und Elke Hübener-Lipkau, Illustration von Antje Püpke. Das Buch ist in jeder Buchhandlung und im einschlägigen Internethandel erhältlich (ISBN 978-3-69064-548-5). Zum nächsten geplanten Termin von „Jetzt ist Sense!“ wird rechtzeitig informiert. Die fotografische Dokumentation der Veranstaltung liegt in den Händen von Renate Koßmann.

Zu den Auftretenden im Einzelnen:
Sigrid Grajek (Moderation): Ist singende Schauspielerin, Kabarettistin und Moderatorin. Seit Mitte der 1980er-Jahre war sie u.a. an Produktionen in der Theatermanufaktur Berlin, dem Stadttheater Bremerhaven, den Berliner Jedermann-Festspielen und bei Off-Produktionen beteiligt. Mitte der 1990er wechselte sie ins Kabarett „Berliner Brett’l“ und verschrieb sich dem traditionellen Berliner Lied und den Chansons der 1920er-Jahre. Seit Schließung des Hauses 2012 ist sie mit wechselnden Pianistinnen/Pianisten freischaffend in Deutschland unterwegs. Mit ihrer musikalischen Biografie „Claire Waldoff: Ich will aber gerade vom Leben singen...“ erinnert sie an die große Berliner Volkskünstlerin. In ihrer musikalisch-literarischen Collage „BERLIN: Die 1920er – Eine Stadt im Taumel“ beleuchtet sie seit 2020 mit historischen Texten und Liedern die Schattenseiten der „Goldenen Zwanziger Jahre“. In ihrer Spurensuche auf dem Minenfeld der Sprache „Aufgestanden ist er, welcher lange schlief...“ widmet sie sich Texten und Liedern aus und vor dem Ersten Weltkrieg. www.sigridgrajek.de
Astrid Ann Jabusch: Wird vor mehreren Jahrzehnten in Hagen/Westfalen geboren. Die Menschwerdung erfolgt im nahen verregneten Sauerland, wo sie mehrere anständige Berufe (Uhrmacherin und Elektrotechnikerin) erlernt und auch lange ausübt. Ende des letzten Jahrtausends kommt sie nach Berlin und erwirbt seitdem unweit des Zusammenflusses von Spree und Havel ihre Brötchen als Lektorin, Texterin und Autorin. Seit sie Aufnahme bei den „Mörderischen Schwestern Berlin“ fand, begeht sie grauenhafte Morde und abscheuliche Verbrechen. Allerdings bisher nur schriftlich. Bei ihr erfolgt die Auseinandersetzung mit dem Tod über das Schreiben.
Charlotte zu Kappenstein: Wurde im rheinischen Teil des Ruhrgebiets geboren. 2011 hat die Betriebswirtin seriöse Berufstätigkeit gegen geistreichen Humor eingetauscht. Sie veröffentlicht Kolumnen und ist im Netz unter Kappensteins Hauptstadtnotizen zu aktuellen (politischen) Themen zu finden. Neben „Wer viel lacht, hat wenig Zeit für Krankheiten“ gibt es weitere Programme. Sie ist als Walk-Act unterwegs, moderiert und organisiert und ist Mitglied im VS Berlin/Brandenburg sowie im Literatur-Kollegium Brandenburg e. V. Ihr Motto lautet: Seien Sie froh, dass Sie mich haben. Ihre frauzukappenstein.de
Andrea Maluga: Berlinerin. Wechselte beruflich vom Technischen Zeichensaal übers Kriminalgericht in den Sightseeingbus. Hat den Magisterabschluss in Geschichte und Germanistik. Verfasst nachdenkliche und heitere Kurzgeschichten für Erwachsene mit historischem Bezug und Geschichten für Kinder. Veröffentlicht in Verlags-Anthologien. Schreibt an genreübergreifenden Jugendromanen. Gründete 2012 die Schreibwerkstatt „ZeilenZauber“. insta@andreamaluga
Die Raven & Der Augustin: Spielen ein paar Lieder zum Thema Tod und Leben. Die Schauspielerin und Autorin, die sich mit und in diversen Produktionen und Veröffentlichungen auch mit eigenen Theaterprogrammen einen Namen gemacht hat, tritt seit 2013 mit Frank Augustin auf: Die beiden präsentieren u.a. biografische Programme, so über Hildegard Knef, Milva, Bertolt Brecht, Jacques Brel und andere. Frank Augustin, Musiker, Komponist und Texter, hat neben seiner Mitwirkung in der Rockband PillePalle&die ÖtterPötter, Texte von Friedhelm Kändler, François Villon, Charles Baudelaire, B. Traven oder Ernst Jandl vertont und spielt auch eigene Songs und Balladen.
Heidi Rühlmann: Geboren 1948, lebt in Berlin. Freie Autorin, Kuratorin, Künstlerin. Kunstprojekte in Deutschland, Norwegen, Tansania und anderswo. Journalistische Arbeit für verschiedene Printmedien. Mitarbeit an Film- und Fernsehproduktionen. Biografiebegleiterin. Zahlreiche eigene Publikationen, zuletzt ein Roman. Außerdem Yogalehrerin, Verkäuferin von Vintage-Kleidung, Mutter und Oma.
Sowie Ulla Rose (Sterben – Begleitung von Sterbenden – Letzte-Hilfe-Kurse mit Humor – geht das?): Geschäftsführerin von Home Care Berlin e.V., bietet seit Jahren Letzte-Hilfe-Kurse an. Die Krankenschwester, Palliative Care Fachkraft und Lehrerin für Pflegeberufe offeriert Kurse nach dem Konzept von Letzte Hilfe Deutschland an. Eine Besonderheit ist dabei, dass ihre Kurse mit einer gehörigen Portion Humor gewürzt sind. Das mag im ersten Moment seltsam anmuten. Es ermöglicht jedoch, dass sich die Erwartung einiger Kursteilnehmenden, der Kurstag würde anstrengend, belastend und traurig sein, nicht bewahrheitet. Sie selbst hat im engsten Familienkreis schmerzhafte Verluste durch den Tod erleiden müssen, darunter ihr Ehemann, der mit nur 55 Jahren starb. Sie sagt: „Ohne eine gehörige Portion Humor hätte ich das nicht überstanden. Der Humor hat mich überleben lassen, und ich habe dabei nicht den Respekt vor diesem schwierigen Thema verloren. Ich glaube, dass Humor und die Bewältigung von schweren Verlusten gut miteinander Hand in Hand gehen können.“ So wird den Kursteilnehmenden neben vielen nützlichen Inhalten vermittelt, dass emotionale Belastungen – wie der zu erwartende oder erlittene Tod eines geliebten Menschen – nicht in der Depression enden müssen. Sie erfahren aber auch, dass es in der Trauerarbeit, wenn sie doch in depressiver Stimmung mündet, legitim ist, zu lachen, sich an den kleinen Dingen des Lebens zu freuen und sich eine humorige Auszeit zu gönnen. Im Jahr 2023 erhielt Ulla Rose für ihre „Letzten-Hilfe-Kurse“ den Courage Award.

Poster: Antje Püpke

von: Andrea-Ellen

Bilder aus Berlin