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Ausstellung: muster/stadt/modell/stadt

Turmstr. 75 10551 Berlin Germany - zum Stadtplan
Freitag 16.04.2010 bis Samstag 22.05.2010 - Anfangszeit: : Uhr
Kategorie: Kunst
Die Ausstellung »muster/stadt/modell/stadt« zeigt Arbeiten, die verschiedene Aspekte des Verhaltnisses von Stadt und Korper sowie die Wahrnehmung dieses Verhaltnisses reflektieren.







Ahnlich eines Pop-ups oder eines Werbeaufstellers reprasentiert die Installation »kotti008« (2009/10) von Ursula Dobereiner eine dreidimensionale Variante von 22 Zeichnungen, die - ausgehend von Fassadenfotografien eines Wohnblocks - verschiedene Blickachsen miteinander verknüpft. Die Zeichnungen wurden in Scherenschnitte aus Wellpappe transformiert, die sich an der durchschnittlichen Zimmerhohe von ca. 2,40 m und menschlichen Korpermaßen orientieren. Raumlich sind die Scherenschnitte so angeordnet, wie Fassadenansichten beim Abschreiten eines realen Gebaudes wahrgenommen werden konnen. Insofern ist die Skulptur ein imaginar-reales Modell, das sowohl die Perspektiven, ihre Verzerrungen und die Blickachsen einer Realraumerfahrung nachzeichnet als auch Abbildungsmoglichkeiten, die Reprasentation unterschiedlicher Raumkategorien und deren (De)Konstruktion zur Disposition stellt.







Die Skulptur »Lieu commun (fondazione e legatura)« (2007) von Stéphanie Nava ist als Modell einer geradezu perfekt wirkenden, modernistischen Stadt ausformuliert, die auf einer instabil scheinenden Konstruktion aus rohen Holzbrettern steht. Zusammengehalten wird dieses Stadtmodell, das gleichermassen eine Modellstadt reprasentiert, von einem breiten, provisorisch geknoteten Gummiband.



Die paradoxe Verbindung aus soliden Basismaterialien, die aber auf sehr fragile Weise zusammengefügt sind, impliziert eine bewusst erzeugte Spannung, die auf die Moglichkeit eines Bruches verweist. Insbesondere das Gummiband, das - fast wie ein Geschenkband drapiert - den Zusammenhalt der modularen Elemente der Skulptur garantiert, schnürt diese auch unveranderbar ein. Der stadtische Raum als Ort sozialer Interaktion wird somit als Raum ausgewiesen, dessen Funktion und Qualitat durch seine urbane und architektonische Konzeption determinierter wird.







Die Wandarbeit »Hosen - Turmstraße - Berlin« (2010) von Katharina Schmidt besteht aus versetzt geklebten Plakaten, die jedes für sich stehend abstrakte, weiße Zeichen auf einem durch gestische Pinselstriche markierten Hintergrund zeigen. Das Multiplizieren und die Anordnung der einzelnen gedruckten Papierbogen fordert eine weitere Zeichenebene zutage. Es ergibt sich das Schnittmuster einer Hose im Maßstab 1:1, das sich, nunmehr geometrisch angeordnet, in verschiedenen Positionen über die Wand verteilt. Der menschliche Korper bzw. dessen Reprasentation wird zu einem ornamentalen, entindividualisierten Icon, dessen Existenz und Prasenz auf der Fragmentierung und deren serieller Reproduktion beruht.







Eroffnung: Freitag, 16. April, 19 Uhr



Ausstellung: 17.04. - 22.05., Di.-Sa., 13-19 Uhr

von: kavaute

Bilder aus Berlin