Home > Museen > Die Neuzusammensetzung des Bewegtbilds in einer post-filmischen Welt: Ein Gespräch mit den Filmwissenschaftler*innen Ranjani Mazumdar und Vinzenz Hediger
Wahrend des Zweiten Weltkrieges wurden Tausende deutscher Frauen -wegen Umgang mit Auslandern- von der Gestapo verhaftet, in das KZ Ravensbrück eingeliefert oder durch NS-Richter der Sondergerichte zu Zuchthaus- oder Gefangnisstrafen verurteilt. Zumeist sind sie von Nachbarn oder Kollegen denunziert worden. Die Gestapo erprügelte Gestandnisse für ein -unsittliches Verhaltnis-. Vielfach war es jedoch Mitleid und Menschlichkeit gewesen, die deutsche Frauen zu freundlichen Gesprachen, Gaben von Essen oder Kleidungsstücken veranlasst hatten. Aber es gab auch Zuneigung und Liebesbeziehungen zu den Zwangsarbeitern, die wegen der Kontakte zu deutschen Frauen ins KZ kamen oder hingerichtet wurden.
Gisela Schwarze hat das Schicksal dieser Frauen erforscht. Sie zeigt, wie tief sich Spitzelei, Neid und Unmenschlichkeit in die deutsche Kriegsgesellschaft eingegraben haben und wie lange dies im Leben der betroffenen Frauen als Stigma und Trauma seine Spuren hinterlassen hat.