"...technology is basically neutral. It's like a hammer. The hammer doesn't care whether you use it to build a house or whether on torture, using it to crush somebody's skull, the hammer can do either."-Noam Chomsky
Die Ausstellung von Frederic Marschall wurde inspiriert von seinem persönlichen Kampf die Kommunikationstechnologien um ihn herum zu kontrollieren anstatt sich von ihnen kontrollieren zu lassen. Seine Zeichnungen erforschen wie das neue technologische Zeitalter unsere Beziehungen untereinander unablässig neu ausrichten.
Während wir ständig danach trachten unseren Durst nach technologischen Neuerungen zu löschen, werden Hilfsmittel wie Smartphones zu gleichsam zusätzlichen Gliedmaßen. Marschall behandelt wie diese neuen „Extras" soziale Normen beeinflussen und narzisstische Neigungen fördern. In Zeiten in denen jeder Aspekt des Lebens in Internetforen hochgeladen und editiert werden kann, sind wir dazu imstande ein sorgfältig kreiertes Ich zu erschaffen.
Direkter menschlicher Kontakt wird mehr und mehr von Interaktionen über technische Hilfsmittel abgelöst. Möglichkeiten zu direktem physischen Kontakt werden somit begrenzt. Mithilfe dieser Neuerungen verändert sich unsere Sicht auf die Welt; das Display eines Smartphones wird zu einem weiteren Auge, durch das wir unsere eigene Realität kreieren. Banale Dinge erscheinen außerordentlich, Wichtiges verkommt zur Trivialität. Obwohl Marschall verstärkt die Schattenseiten von technologischem Fortschritt betrachtet, ist er auch an dessen konstruktiven Gebrauch interessiert: Entdeckung und Bildung.
Technologischer Fortschritt steht für eine unklare Zukunft, gerade weil er sich rasant vollzieht und unser Leben verändert, ohne dass wir uns oftmals dessen bewusst sind. Ob wir Technologien verwenden, um damit etwas Gutes zu tun oder einem anderen Menschen Schaden zuzufügen, ist uns selbst überlassen.
Marschalls Ausstellung eröffnet einen Raum zur Reflektion über die Frage „Kontrollieren wir die Technologie oder werden wir von ihr kontrolliert?".