Esther Schulz-Goldstein liest aus ihrem Buch "Die Sonne blieb stehen", Band II
Im 2. Band der Untersuchung über Ursachen der Gewaltentbindung in der jungen Türkischen Republik beschäftigt sich Esther Schulz-Goldstein mit dem Völkermord an dem in Ostanatolien lebenden iranischen Volk der Zaza. Im Fokus stehen seine Geschichte und sein Anderssein gegenüber der türkischen Zentralgewalt. Dabei zeigt sich, dass die Religion Andersgläubiger zum Gefäß abgelehnter destruktiver und sexueller Selbstanteile werden kann, die dem türkischen Militär ermöglichten, ihr grausames „Handwerk" ohne Schuldgefühle zu erledigen.Schlagworte zum Inhalt: * Religion als Sublimation der Gewalt * Vorurteile, Feindbilder, Paranoide Phantasmen, Antizazaismus * Ethnozid, Türkisierung, Völkermord in Dêsim in Ostanatolien 1937/38 * Psychische Konsequenzen: Trauma, Überlebensschuld, Identitätszerstörung* Gewaltmonopol des Militärs * u.v.m.Biografie Esther Schulz-Goldstein studierte Psychologie, Religionswissenschaft und Philosophie und absolvierte die Ausbildung zur Psychoanalytikerin. Sie arbeitete lange Zeit schwerpunktmäßig auf dem Gebiet interkultureller Psychoanalyse mit Patienten aus dem Vorderen Orient. In diesem Zusammenhang bildete sie sich in Osmanistik und Orientalistik weiter. Seit 1980 beschäftigt sie sich intensiv mit der Gewaltproblematik in Kollektivkulturen (Schamkultur) versus Verantwortungskulturen (Schuldkulturen), in denen Völkermorde praktiziert wurden. Sie praktiziert in Berlin als Psychoanalytikerin und ist in der Weiterbildung tätig.