Nach dem Debütroman "Sex mit Gysi" erscheint nun die Fortsetzung "Was vom Hummer übrig blieb". Das ist doch eine alltägliche Geschichte: Eine junge Frau hat einen Roman geschrieben, bietet ihn einem Verlag an – nun, nicht irgendeinem, sondern Suhrkamp, aber welcher Autor möchte nicht in einem angesehenen Haus starten? –, und jetzt müssten die bangen Wochen des Wartens folgen: greift der Verlag zu oder nicht. So aber läuft es hier nicht. Dieses Romanmanuskript ruft erstens den Verfassungsschutz auf den Plan, zweitens den Protagonisten der Romanhandlung, den Linken- Fraktionschef Gregor Gysi, und drittens reagiert Suhrkamp-Cheflektor Fellinger nicht auf den üblichen Wegen. Es entrollt sich eine spannende Geschichte, die um das von Gerüchten umwaberte Manuskript kreist. Die Wege der Autorin, des vom Geheimdienst angeheuerten Journalistikstudenten Ronen, des Hackers Mo, Gysis und Fellingers kreuzen sich. Während sich die unterschiedlichen Motive dieser Personen nach und nach erhellen und die Ereignisse um den NSA-Skandal und Edward Snowden in die Handlung reinspielen, widerfährt dem Manuskript ein unvorhersehbares Schicksal, an dessen Ende der Protagonist selbst zur Feder greift. Eine unglaubwürdige Geschichte? – Ja, die Fallstricke der Satire sind ausgelegt. Der Politkrimi um Überwachung und politische Intrigen aber läuft. In diesem Buch. In der Wirklichkeit.
PS: Der Roman, der in diesem Roman geschrieben, konkreter: umgeschrieben wird, ist bereits erschienen.