Das zweitägige Festival „Ein Stück: Tschechien 2016“ stellt aufregende tschechische Gegenwartsdramatik vor, die hierzulande kaum bekannt ist. Der erste Abend macht mit drei herausragenden Dramen preisgekrönter Autor/innen bekannt, die uns in verschiedene Zeiten und Realitäten entführen. Das Stück Niekur der Lyrikerin und Dramatikerin Kateřina Rudčenková ist ein „dramatisches Gedicht“ über die Liebesbeziehung zwischen einer jungen tschechischen Schriftstellerin und einem älteren litauischen Dichter während ihrer Autorenresidenz in Deutschland, inspiriert durch Ernst Jandls Sprechoper „Aus der Fremde“. Roman Sikora, der zurzeit meistgespielte tschechische Dramatiker im Ausland, ist mit seinem Kurzstück Auf dem Weg zum Sieg (Na cestě k vítězství) vertreten. Am Beispiel von Tonda und Alois, zweier Soldaten der k. u. k. Armee im Ersten Weltkrieg, untersucht er auf bitter-satirische Weise die Mentalität der Kriegsmaschinerie. Die junge Dramatikerin Helena Eliášová thematisiert in ihrer aktuellen „existentiellen Cyberkomödie“ Cyber-Love die Verschmelzung von realem und kybernetischem Lebensraum. Der Computer-Freak IT-Hans ist in seinen Versuchen, die Welt der Technik grundlegend zu verändern, nicht allzu erfolgreich. Doch dann gelingt es ihm, die Pornodarstellerin aus einem Computerspiel zum Leben zu erwecken. Kateřina Rudčenková, Roman Sikora und Helena Eliášová sind anwesend und werden nach den Lesungen in einer Podiumsdiskussion dem Publikum vorgestellt. Festivalleitung und Dramaturgie: Barbora Schnelle und Henning Bochert Veranstaltet von Drama Panorama: Forum für Theater und Übersetzung e. V. und dem Tschechischen Zentrum Berlin, gefördert durch: Deutsch-tschechischer Zukunftsfonds, Kulturministerium der Tschechischen Republik, Institut der Künste – Theaterinstitut Prag, Dilia o. s., Stadt Ostrava