Vom 4. bis zum 11. Dezember treffen in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit junge Menschen aus Polen, Österreich und Deutschland aufeinander. Im Zentrum des Projektes steht die Erarbeitung und Aufführung einer szenischen Lesung zur Pertrix-Ausstellung. Insgesamt 15 Schüler/innen aus Zamość, Wien und Berlin werden erwartet. Die Jugendlichen setzen sich bereits im Vorfeld mit den Hintergründen und Lebensgeschichten der ehemaligen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen, aber auch der Einsatzträger und Lagerleiter selbstständig auseinander. Hierzu wurden spezielle Materialien erstellt, die nicht nur die jeweiligen deutschen Übersetzungen, sondern auch Interviews in Originalsprache erhalten. In Berlin bekommen die Schüler/innen durch die Verschränkung von Biografiearbeit mit Theaterpädagogik einen weiteren Einblick in die Strukturen von NS-Zwangsarbeit und in einzelne Biografien ehemaliger Akteur/innen. Mit Ausschnitten aus Erinnerungsberichten collagieren die Teilnehmer/innen mehrsprachige Szenen, die ihren Einblick in das Leben der Menschen wiedergeben, die von den Nationalsozialist/innen zur Arbeit gezwungen wurden.
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Die Pertrix, eine Tochterfirma der zum Quandt-Konzern gehörenden AFA (Akkumulatorenfabrik AG) stellte Trockenbatterien und Taschenlampen für die Wehrmacht her und lieferte Zünderbatterien für Kampfflugzeuge an die Luftwaffe. Batterien waren ein zentrales Produkt der Kriegsindustrie und eine der wichtigsten Einnahmequellen des Quandt-Konzerns. Im Laufe des Krieges beschäftigte die Pertrix alle Zwangsarbeitergruppen: Berliner Juden im „geschlossenen Arbeitseinsatz“, Kriegsgefangene und italienische Militärinternierte, westeuropäische Zivilarbeiter, Ostarbeiter, Polen, KZ-Häftlinge. Die meisten von ihnen waren Frauen. In der Ausstellung wird die Rolle der Firma in der deutschen Rüstungsindustrie und innerhalb des Konzerns beleuchtet. Anhand von Originalobjekten und Zeitzeugeninterviews wird von der gefährlichen Arbeit in der Batteriefabrik berichtet.
Die Ausstellung wurde bis 2. Juli 2017 verlängert.