Bewegungen gen Mitternacht – 19 Kurzfilme von 17 Uhr bis Mitternacht
Werner Nekes begründete Mitte der 1960er Jahre eine neue Gattung des filmischen Schaffens: die Lichteratur oder Lighterature.
Foto und Film sind ja im wörtlichen Sinne Phänomene der Lichtschrift, deren Metaphorik in Europa vom paradiesischen Vorschein in gotischen Kathedralfenstern über die Aufklärung des 18. Jahrhunderts als Enlightenment bis zur modernen Sinngebung als Erleuchtung reicht.
Film war für Nekes die Bewegung zwischen zwei Bildern, die wir unter anderem als Kinoillusion genießen. Der zweite Hauptvertreter der Lighterature in Deutschland ist gegenwärtig Jochen Kuhn. Da er seit Jahren an der Filmhochschule Ludwigsburg lehrt, fiel er der deutschen Missachtung des Kunstlehrers zugunsten der Künstlerbohème zum Opfer. Man huldigt Kentridge, obwohl Jochen Kuhn das Grundprinzip der Lichteratur Jahre vor diesem auf höchstem Niveau demonstrierte.
In der Denkerei wird zum ersten Mal ein Großteil des gesamten Werks von Jochen Kuhn präsentiert. 19 Filme in 7 Stunden.Jochen Kuhn hat unter anderem bei Bazon Brock an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg studiert. Die beiden werden über das Verhältnis von Lehrer und Künstler disputieren.