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Verschachtelte Interaktionen
Samstag 29.09.2018
- Anfangszeit: 17:00 Uhr
Mariechen Danz »Womb Tomb – Coral Concern«
Johannes Paul Raether »ZewaArena Ash Diamond Halbzeug [4.4.6.10]«
KAYA mit Nicolas An Xedro und Kirstin Kilponen »– KAYA_YO-NAH YO-HO (Healing performance for a sick painting)«
Im Rahmen der Ausstellung
AKTIVE ASCHE
Mariechen Danz & Johannes Paul Raether
Featuring KAYA (Kerstin Brätsch & Debo Eilers) mit Nicholas An Xedro
Kuratiert von Nadia Pilchowski
16.09.2018 – 21.10.2018
Im Zentrum der Ausstellung »Aktive Asche« von Mariechen Danz und Johannes Paul Raether feat. KAYA stehen ineinander verschachtelte Transformationsprozesse, die bereits bestehende Konzepte und Materialien aus den Praxen der Künstler*innen weitertreiben und verwandeln, aber auch zersetzen und verglühen. Ausgangspunkt der Arbeiten sind jeweils Verkörperung und deren Sprache, rituelle Handlungen sowie eine temporäre Schaffung von Gemeinschaft, die an den Umwandlungen mitwirkt. Im Bärenzwinger schließen die Künstler*innen ihre individuellen Kosmologien zusammen und geben ihre formwandlerischen Qualitäten in einen gemeinsamen Prozess.
Mariechen Danz »Womb Tomb – Coral Concern«
In Mariechen Danz’ Praxis fungiert der Körper als Untersuchungsort von Kommunikation und Wissenstransfer. Im Außenbereich ist Danz’ Tonfigur »Womb Tomb« aufgebahrt. Rindenmulch aus dem Boden des Geheges enthaltend, birgt die Skulptur letzte DNA-Spuren der Bären. Der Körper absorbiert während der Ausstellung in mehreren Stadien der Veränderung Informationen aus der Umgebung. Während der verschachtelten Interaktionen von Danz, KAYA und Raether sind die Besucher*innen dazu eingeladen, gemeinsam mit der Künstlerin mit der Skulptur zu interagieren und zu ihrem Wandlungsprozess beizutragen, indem sie ihre Sorgen auf Papierrollen, den sogenannten »worry scrolls«, schreiben und diese in den feuchten Ton injizieren. In einem Trocknungs- und Brennprozess verglühen »worry scrolls« und Mulch, an ihrer Stelle entsteht eine korallenartige Fossilisation. Über die Figur spannt sich »active ashes (weather map Schnute Maxi)«, ein Spinnakergewebe mit digitalen Drucken von Danz, KAYA und Raether.
Johannes Paul Raether »ZewaArena Ash Diamond Halbzeug [4.4.6.10]«
In einer zweiten Appearance von Transformalor »ZewaArena Ash Diamond Halbzeug [4.4.6.10]«, die Johannes Paul Raether Figuration als SelbstSchwester (SelfSister) Transformellae seit 2010 verfolgt, kollabiert er/sie Strategien der industriellen Herstellung von Leben und von Wertwerdung erstmals in ihr Gegenteil und beginnt sich zu gabeln. Das »Forking« organisiert sich als Moment der Einäscherung seiner »Re-Rohmaterialien« – über Jahre gesammelte Reste und Ruinen der jeweiligen »Zewa Arena«, den Papierhöhlen für die pluralen Wesen. Die entstehenden Aschen werden im besten Sinne aktiv, indem sie wiederum als »Re-Re-Rohmaterial« – in fast elementarer Form als Kohlenstoff – in eine neue Verkörperung, eine zersetzende oder entropische Identität gepresst und kristallisiert werden. Sie werden zum Halbzeug eines aus den Aschen zu pressenden Rohdiamanten.
KAYA »– KAYA_YO-NAH YO-HO (Healing performance for a sick painting)« mit Kirsten Kilponen und Nicolas An Xedro
KAYA agiert zugleich als fiktionaler und konkreter Körper, der durch materielle Prozesse sowohl formale und malerische als auch metabolische Vorgänge in seine Identitätsproduktion miteinbezieht und ineinander verankert. KAYAs »OraKcle Paintings« (»Catacomb Mirrors«) tragen die Soundarbeit von Nicolas An Xedro und die Wünsche der Teilnehmenden eines im TROPEZ im Sommerbad Humboldthain entstandenen Workshops. Als (Wunsch-)Bilder schaffen sie im Innenbereich des Bärenzwingers einen Tonraum und behaupten sich als Sound Paintings in einem fiktiven und metaphorischen Heilungsprozess, der in der durational performance »– KAYA_YO-NAH YO-HO (Healing performance for a sick painting)«, gemeinsam mit Kirsten Kilponen, kulminiert.
von: Baerenzwinger