Die Erfindung der Fotografie hat viele Väter und doch gibt es diesen einen Tag, an dem das neue Verfahren vorgestellt wurde und sich einer Explosion gleich verbreitete. Die Natur zeichnete sich selbst, das Licht übernahm die Herrschaft. Am 19. Agust 1839 wurde die Fotografie in Form des Verfahrens von Louis Daguerre und Nicéphore Niépce der Menschheit zum Geschenk gemacht. Der Menschheit außerhalb Englands – eine Kränkung, die sich 180 Jahre später wohl rächt, aber das ist eine andere Geschichte. Mit der Daguerreotypie haben die Arbeiten von Elena Ternovaja wenig zu tun, aber das Licht, seine Kraft und seine Vergänglichkeit sind auch die Themen in ihrem Werk. Es ist der Entdeckergeist, der den Bogen zur Entstehung der Fotografie schlägt. Was passiert mit dem Licht, wenn es ohne Negativ selbst aktiv wird. Damals haben die Erfinder um die Fixierung ihrer Bilder gerungen – etwas, was die Digitalfotografie bei allerÄhnlichkeit nicht kennt –, aber was entsteht, wenn wir die Fixage weglassen und die Fotografien langsam vergehen lassen. Schöner und brutaler kann man Vergänglichkeit nicht zeigen. Die abstrakte Fotografie hat die gegenständliche immer begleitet, nun bildet sie in der Ausstellung von Elena Ternovaja die perfekte Homage zum 180. Geburtstag.