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Subjektive Gesundheit und gesundheitliche Ungleichheit in Ost- und Westdeutschland: Entwicklungen nach der Wende

Am Köllnischen Park 2 10179 Berlin - zum Stadtplan
Einschränkung: Der Vortrag findet im Hörsaal der Psychologischen Hochschule Berlin (PHB) als Präsenzveranstaltung statt. Der Eintritt ist kostenfrei. Anmeldungen sind über die Website der PHB möglich.
Mittwoch 01.11.2023 - Anfangszeit: 19:00 Uhr
Kategorie: Wissen live
Prof. Dr. Oliver Arránz Becker: "Subjektive Gesundheit und gesundheitliche Ungleichheit in Ost- und Westdeutschland: Entwicklungen nach der Wende im Generationenvergleich" • Öffentlicher Vortrag im Rahmen der Reihe „Generation Wende: Gesundheit nach Zeiten des Umbruchs“



Zum Vortrag:


Die deutsche Wiedervereinigung wird in der wissenschaftlichen Literatur häufig als einer der seltenen Fälle eines realen „Gesellschaftsexperiments“ untersucht: Die zwei sehr unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Systeme DDR und BRD, die jeweils ihre eigenen sozio-kulturellen Traditionen und Formen des Soziallebens hervorgebracht haben, wurden ab 1990 in relativ kurzer Zeit fusioniert. Abgesehen davon, dass einige sozioökonomische Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, z.B. in den Einkommen, bis heute fortbestehen, wurden die politisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weitgehend angeglichen. Dieser Umbruch hat allerdings die verschiedenen Generationen in sehr unterschiedlichen Lebensphasen getroffen.

Vor diesem Hintergrund soll im Vortrag anhand von empirischen Analysen die Frage beleuchtet werden, wie sich die gesundheitlichen Selbsteinschätzungen von Ost- und Westdeutschen unterschiedlicher Geburtsjahrgänge seit der Wende im Vergleich entwickelt haben. Dabei können verschiedene Hypothesen aufgestellt werden: Zum einen ist denkbar, dass sich aufgrund der Angleichung der Lebensbedingungen und des Gesundheitssystems auch der subjektive Gesundheitszustand von Ost- und Westdeutschen zunehmend angeglichen hat; zum anderen sind hier allerdings die Auswirkungen von psychischen Belastungen in Folge massenhafter biographischer Neuorientierungen in Ostdeutschland in der Nachwendezeit in Rechnung zu stellen. Daneben kann vermutet werden, dass sich auch das Ausmaß gesundheitlicher Ungleichheit in Ost- bzw. Westdeutschland angeglichen hat, was eine zunehmend ungleiche Verteilung von guter vs. schlechter Gesundheit in Ostdeutschland im Zeitverlauf implizieren würde.

Anhand wissenschaftlicher Analysen sollen im Vortrag diese verschiedenen Hypothesen anhand empirischer Befunde diskutiert und geprüft werden.


Über den Referenten:

Prof. Arránz Becker ist Psychologe und Soziologe. Seit 2015 forscht und lehrt er an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zu verschiedenen Themen im Schnittbereich zwischen Psychologie und Soziologie, insbesondere in Verknüpfung von Demographie und Gesundheitsforschung. Dazu gehören etwa der Einfluss einer Eheschließung auf die Gesundheit sowie die Rolle des elterlichen Bildungshintergrunds für die Gesundheit der erwachsenen Kinder im Lebensverlauf.


Über die Vortragsreihe:

Mit der deutschen Wiedervereinigung begann vor allem für Menschen in Ostdeutschland ein rasanter gesellschaftlicher Wandel, der viele Bereiche ihres Alltagslebens umfasste. Welche gesundheitlichen Folgen dieser Wandel hatte, wurde erst in jüngster Zeit systematisch und umfassend untersucht. Im Rahmen der Vortragsreihe „Generation Wende: Gesundheit nach Zeiten des Umbruchs“ sind im Wintersemester Wissenschaftlerinnen zu Gast an der Psychologischen Hochschule Berlin (PHB), die eigene Forschungsergebnisse zu diesem Thema vorstellen. Die Semesterreihe ist Teil der übergeordneten Vorlesungsreihe „Psychologie & Gesellschaft“, die die PHB seit mehreren Jahren in Kooperation mit der Sektion Politische Psychologie des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) ausrichtet.

von: PHB

Bilder aus Berlin