Der Anspruch der Kunst, ihre eigenen Grenzen zu sprengen, hat immer schon zu ihrer Weiterentwicklung beigetragen. Die Werke dieses Konzerts mit den beiden Gitarristen Julián Croatto und Markus Hochuli sind durchdrungen von diesem Anspruch, etwas Neues zu schaffen. „Salut für Caudwell“ (1977) von Helmut Lachenmann ist ein Ausnahmestück in der ganzen Gitarrenliteratur. Kaum je hat ein Komponist die unentdeckten Seiten der Gitarre so konsequent erforscht und entwickelt. Für dieses Stück müssen die Interpreten ihre Gitarre von Grund auf neu lernen, um ihren Fähigkeiten eine extrem differenzierte Geräuschpalette hinzuzufügen. Mit diesen neuen Klängen und einem Text von Christopher Caudwell schafft Lachenmann eine gross angelegte Vision, wie eine Kunst der Zukunft aussehen könnte. „Sports et Divertissements“ gehört zu Erik Saties originellsten Werken. Er porträtiert darin sehr witzig 20 Sportarten und Zerstreuungen und damit auch die Gesellschaft, die sich damit beschäftigt. Mit dem Zusammenwirken von Musik, Text und Bildern (die im Konzert projiziert werden) kann man das 111 Jahre alte Werk als ein frühes Beispiel von Multimedia-Kunst bezeichnen. Dazu gesellen sich kurze Stücke aus der italienischen Renaissance, die sich genauso frisch und überraschend präsentieren wie die beiden Meisterwerke aus dem 20. Jahrhundert.