Station 114 c des Klinikums Buch war in der DDR eine geschlossene gynäkologische Station. Mädchen und Frauen ab 12 Jahren wurden in den sogenannten „Tripperburgen“ unter dem vorgeschobenen Verdacht einer Geschlechtskrankheit zwangsweise festgehalten. Die Betroffenen waren in den Einrichtungen vielfach Misshandlungen ausgesetzt und leiden oft bis heute unter den Spätfolgen. Dr. Fruzsina Müller, Medizinhistorikerin an der Charité Berlin, berichtet über den aktuellen Forschungsstand.
Der Vortrag ist Teil der Reihe „Mein Kiez. Geschichte(n) des geteilten Berlins“ des Berliner Aufarbeitungsbeauftragten, die im September 2025 in Berlin-Buch fortgesetzt wird. Der Pankower Ortsteil war in der DDR ein bedeutender Medizinstandort und ist es bis heute. Buch ist jedoch auch Ort politischer Spannungen und prekärer sozialer Lagen. Mit den Begriffen „Berühren –Verletzen – Verbinden“ fragen wir danach, was Menschen in Berlin-Buch heute noch an der DDR-Geschichte berührt, welche Verletzungen fortdauern und was verbindend wirkt.