Karfreitag gilt als stillster Tag des Kirchenjahres. Christinnen und Christen erinnern sich an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz – ein Tag der Klage, der Trauer und des Innehaltens. Viele kennen die strengen Regeln dieses Tages: keine laute Feier, kein Tanz, kein ausgelassenes Fest. Doch gerade dieser scheinbare Gegensatz wirft eine Frage auf: Was bedeutet Trauer wirklich – und welche Formen darf sie annehmen?
Der Karfreitagsgottesdienst „Klage. Tanz! Verbot?“ geht dieser Frage nach. Im Zentrum steht das eindrucksvolle Orgelwerk Deuils („Trauer“) von Jehan Alain. Die Musik entfaltet eine Klangwelt zwischen Schmerz, Erinnerung und Hoffnung. Während die Klänge der Orgel den Raum erfüllen, wird eine Live-Tanzperformance von Clara Maia Moreira die Emotionen der Musik aufnehmen und körperlich sichtbar machen.