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Fotoausstellung von Elena Ternovaja "Die Alchemie der Gedanken"
Samstag 21.01.2017
bis Sonntag 05.03.2017 - Anfangszeit: 14:00 Uhr
21. Januar 2017 – 5. März 2017
Öffnungszeiten der Ausstellung:
Montag-Samstag 16:00 Uhr - 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 – 20:00 Uhr
BrotfabrikGalerie
Caligariplatz 1
13086 Berlin
Die Ausstellung vermittelt erstmals einen repräsentativen Überblick auf den Werkkomplex der Chemigramme von Elena Ternovaja.
Die Alchemie beschäftigt sich nicht nur mit der Umwandlung unedler Metalle in Gold oder Silber, sie hat auch eine tiefer gehende psychologische Komponente, da es immer auch um die Umwandlung des Menschen geht, um die Suche des Alchemisten nach sich selbst. Sie dient als Metapher für geistige und stoffliche Verwandlungen. Mit diesen Fragen beschäftigt sich die ukrainische, in Berlin lebende Fotokünstlerin Elena Ternovaja in ihrer Fotoausstellung „Die Alchemie der Gedanken“. In den Werken von Elena Ternovaja findet die Transformation auf mehreren Ebenen statt: stofflich, in der Wahl der Wirkungsmittel und Chemikalien, die aufgrund des Lichteinflusses einem stetigen Wandlungsprozess unterliegen; geistig, sie verwandelt ihre bewussten und unbewussten Gedanken über den Alltag, die Situationen und Erinnerungen, die für sie manchmal sehr laut und zehrend sind, in Landschaften, filigrane Bilder und Kalligraphien – sowie visuell, denn Elena Ternovaja bezieht den Betrachter in ihren Werkprozess mit ein, indem sie die Eigensprachlichkeit des Materials für ihn erlebbar macht.
Die entstandenen Bilder – Chemigramme – basieren auf fotochemischen Reaktionen, die durch Auftragen von Entwickler, Fixierbad und anderen Wirkstoffen auf Fotopapier entstehen. Chemigramme gehören zur radikalsten Form der abstrakten Fotografie, die sich der Grenze zur Nicht-mehr-Fotografie deutlich annähern. Dabei geht es um die fixierte Spur eines gesteuerten Zusammenwirkens von Licht und lichtempfindlichem Material. Elena Ternovaja experimentiert mit Licht, selbst gebautem Tricktisch, Glasscheiben, Chemikalien und anderen zum Teil pflanzlichen Wirkstoffen. Im Spannungsfeld von (chemischem) Zufall und bewusster Steuerung chemischer Veränderungsprozesse schafft sie ein komplexes und eigenwilliges Werk, das das ästhetische und innere Raumgefüge auf kleinstmöglichen Dimensionen verbindet. Dieser Prozess der Umwandlung der Gedanken und Erinnerungen hilft ihr, sie bewusster zu machen, um sie entweder loszulassen oder besser mit ihnen umgehen zu können. Die Bilder haben eine auffallend malerische Anmutung, die sich in den nuancierten Grau- und Farbwerten mitteilt, und bestechen durch den subtilen, impressionistisch anmutenden Duktus von Licht und Schatten. So amalgamieren das Pikturale und der forschende, experimentierende Blick der Künstlerin in diesen Unikaten zu einem ganz eigenen Werkbegriff der Fotografie und des Malerischen.
von: Lumen