Adéla Součkovás Mythologie ist visionär und primitiv zugleich. Sie schlägt ihre Zähne in die offensichtlichsten visuellen und narrativen Archetypen und Klischees, um sie in Stücke zu zerreißen und dann zu Gebilden mit einem neuen Bewusstsein zusammenzusetzen – als ein Versprechen von etwas, was erst noch kommen wird. Kuratorin der Ausstellung ist Karina Kottová, das Projekt entstand in Kooperation mit der Jindřich-Chalupecký-Gesellschaft.
Die Einzelausstellung für die Galerie des Tschechischen Zentrums Berlin ist eine Materialisierung des Epos von der Erde und ihren Kindern, die sich - in Datenströmen verfangen und von der Übermacht des Egos beherrscht - ihrer Mutter entfremden und damit auch der eigenen Natur. Mit einem Videoessay und einer Rauminstallation von Objekten, Bildern und Textildrucken nähert sich Součková aus einer eigenwilligen Perspektive den existenziellen Herausforderungen an, denen die sich unsicher vorantastenden Bewohner dieses Planeten gegenüberstehen. Die Erde erwacht aus einem unruhigen Traum und wie zu erwarten, ist sie nicht unbedingt bester Laune. Sie schaut sich um, kernig und poetisch, bereit, für ihre Kinder einen destruktiven Tanz zu tanzen, der sie vielleicht dazu anregt, ihre (virtuelle) Realität zu durchdringen und auf der anderen Seite das gelobte Land zu finden.
Eröffnung: Donnerstag, 11.05.2017, 19:00, in Anwesenheit der Künstlerin und der Kuratorin